Weitere Auswirkungen des Coronavirus sind Warteschlangen vor der Corona-Teststelle des Universitätsklinikums, die am Dienstag bei potenziellen Patienten zu Verdruss geführt haben. Viele Menschen mit vermeintlichen Corona-Symptomen waren zum Klinikum gegangen, weil sie bei der völlig überlasteten bundesweiten Service-Nummer des Ärztlichen Notdienstes (116-117) nicht durchgekommen waren. In anderen Fällen waren sie von ihren ebenfalls überlasteten Hausärzten zum Klinikum geschickt worden.

Wegen Coronavirus musste Patientin im Zelt warten

So berichtete etwa eine unter Grippesymptomen leidende Frau (Name der Redaktion bekannt), sie sei von ihrer Hausärztin zur Klinik-Teststelle geschickt worden, da sie wegen einer Vor­erkrankung als Risikopatientin gelte.  Dreieinhalb Stunden Wartezeit in einem Zelt hätten sie zusätzlich geschwächt. Ein anderer Patient berichtete von ähnlichen Zuständen. Bei der Anmeldung habe er einen Mundschutz bekommen und sei dann in den Außenbereich geschickt worden, wo bereits 15 Personen warteten, teils mit, teils ohne Mundschutz.

Mehr als 170 Patienten versorgt

Eine Sprecherin des Uniklinikums Ulm stellte auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE klar, dass das  Universitätsklinikum trotz Personalaufstockungen in der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme (ZINA), der zügigen Etablierung einer Zelt- und Containerlösung und den Ausweitungen der Testkapazität in der virologischen Diagnostik Wartezeiten leider nicht vermeiden kann. „Wir bitten um Verständnis.“ Insbesondere auch im Hinblick darauf, dass die reguläre Notfall­betreuung der  Bevölkerung weiterlaufe und am Dienstag mehr als 170  Patienten über die ZINA versorgt worden seien.

Uni Ulm schließt wegen Corona – Wissenschaft im Notbetrieb

Die Universität abseits des Klinikums bereitet bis zum Donnerstag, 18 Uhr, die komplette Schließung vor. Damit soll eine Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Die verbleibende Zeit bis zur Schließung soll zur geregelten Vorbereitung des Notbetriebs genutzt werden. Bereits seit Montag sind Beschäftigte und Studierende dazu aufgefordert, Telearbeit zu nutzen. Ebenfalls seit Montag sind die Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks Ulm geschlossen. Das Land hat den Lehrbetrieb an Hochschulen bis zunächst 19. April ausgesetzt. Derzeit sind Semesterferien an der Uni. Das Sommersemester soll nach derzeitigem Stand am 20. April eröffnet werden. Wie sich die Coronakrise auf den Lehrbetrieb im neuen Semester auswirken könnte, ist noch nicht absehbar. Lehrende sind aber schon jetzt aufgerufen, für möglichst viele Veranstaltungen eine Online-Variante vorzubereiten. Während des Notbetriebs darf die Uni nur noch in begründeten Ausnahmefällen betreten werden, heißt es.