Ulm Uni: Programmier-Workshop für Jugendliche

Ulm / SWP 07.06.2016
Den Begriff des Hackers entkriminalisieren und zeigen, was man mit freien Daten machen kann: Darum geht es im Uni-Workshop "Jugend hackt".

Von Freitag bis Sonntag dieser Woche heißt es an der Uni: Jugend hackt! Wer glaubt, bei diesem sogenannten Hackathon, der zum zweiten Mal in Ulm ausgetragen wird, gehe es um Computerviren oder Cyberangriffe, liegt allerdings daneben. Den Veranstaltern dieses legalen und bereits ausgebuchten Programmierwettbewerbs geht es vielmehr darum, mit technischen Mitteln die Welt zu verbessern.

60 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren können sich - betreut von Mentoren - darin ausprobieren, so genannte Apps und andere digitale Werkzeuge zu entwickeln. Das Motto in diesem Jahr lautet: Daten, Räume, Köpfe öffnen! "Wir wollen Grenzen überwinden, im Kleinen und Großen, in Systemen, Ländern und in unseren Köpfen", sagt Juliane Wessalowski, die die Veranstaltung koordiniert.

Der Workshop richtet sich an Jungen und Mädchen, die gerne programmieren. Für viele Teilnehmer ist es das erste Mal, dass sie auf Gleichaltrige treffen, die genauso ticken. Sie sind mit ihrer Begeisterung für Computersysteme und Programmiersprachen nicht allein und können sich in der Gruppe besser mit ihren technischen Fähigkeiten identifizieren. "Bei uns wird niemand schief angesehen, wenn er sich in seiner Freizeit mit Scriptsprachen und Systemen wie Python, Ruby oder Nodejs beschäftigt, oder weiß, wie man mit Einplatinencomputern umgeht - und genauso wenig, wenn jemand das nicht tut", sagt Wessalowski.

Der Begriff "Hackathon" knüpft an die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "hacken" an, was so viel heißt, wie sich ein System genau ansehen, um es zu verstehen, es auseinander zu nehmen und damit Neues auszuprobieren. "Wir wollen den Begriff des Hackers entkriminalisieren und zeigen, dass man mit öffentlich zugänglichen Daten, schöpferisch aktiv sein kann", sagt Stefan Kaufmann, Open-Data-Aktivist und Mitglied im Organisationsteam von Jugend hackt.

Alle Teilnehmer sind angehalten, sich an die Hacker-Ethik des Chaos Computer Clubs (CCC) zu halten. Darunter fallen nicht nur Regeln zum Datenschutz und zum Umgang mit digitalem Müll, sondern auch Nichtdiskriminierungsgebote. Die Idee zum Programmiercamp "Jugend hackt" kommt aus Berlin und wurde dort erstmals im Jahr 2013 realisiert. Seit einem Jahr gibt es Ableger, darunter auch in Ulm.

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