Wer Besonderes leistet, der soll belohnt werden. Diese Idee steht hinter den Forschungs- und Lehrboni, die die Uni einmal im Jahr vergibt. Die Forschungsboni sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert, sie sollen Nachwuchswissenschaftlern als Starthilfe für eigene Forschungsanträge dienen. Die Lehrboni für besonders rührige Dozenten sind mit je 2000 Euro dotiert. Finanziert wird das Preisgeld hälftig von der Universität und der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG).

Die Forschungsboni gehen diesmal an Dr. Yuzhou Wu und Dr. Pietro Silvi. Wu ist für ihre Forschung weit gereist: Die gebürtige Chinesin hat Chemie an der National University of Singapore studiert und ist dann ihrer Doktormutter, Prof. Tanja Weil, an die Uni Ulm gefolgt. Das Spezialgebiet der 29-Jährigen am Institut für Organische Chemie III: Die Herstellung und Anwendung von passgenauen Biomaterialien für den gezielten Transport von Wirkstoffen - etwa von Arzneistoffen zur Zelle.

Silvi (31) hat zum besseren Verständnis des Übergangs von klassischen zu quantenmechanischen Phänomenen beigetragen. Mittels Computersimulationen so genannter Eichgittertheorien beschreite der Physiker am Institut für komplexe Quantensysteme zudem neue Wege in der Hochenergiephysik, hieß es bei der Preisverleihung durch Uni-Vizepräsident Prof. Axel Groß und UUG-Geschäftsführer Dietrich Engmann.

Für die Lehrboni hatten Studenten der vier Uni-Fakultäten die ihrer Meinung nach besten Dozenten vorgeschlagen. Für die erfolgreiche Einführung einer neuen Prüfungsform in der Inneren Medizin wurden Dr. Marc Hänle und Dr. Eva Liebhardt geehrt. Den Lehrbonus der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik erhielt Dr. Alexander Raschke vom Institut für Programmiermethodik und Compilerbau, der sich vor allem um den Studiengang Software Engineering verdient gemacht hat.

Eine eine gelungene Verbindung von Theorie und Praxis bescheinigten angehende Ökonomen Dr. Nicole Ratzinger-Sakel vom Institut für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung. Mit ihrer englischsprachigen Vorlesung bereite die Dozentin die Studenten zudem auf ein internationales Umfeld vor. Den Lehrbonus der Naturwissenschaftler bekam Prof. Marco Tschapka vom Institut für experimentelle Ökologie. Gelobt wird unter anderem sein Seminar "Spezielle Tropenökologie", das Tschapka in Costa Rica anbietet.