Stark und groß durch Spätzle mit Soß‘ – diese urschwäbische Tugend gilt auch an der Uni Ulm. Dort schlemmen die Studierenden das Traditionsgericht gerne in der Mensa. Dass die Küchenhilfe auf Nachfrage kostenlos Bratensoße nachschöpfte, machte die Speise bislang umso leckerer. Umsonst schmeckt eben besser – noch so eine schwäbische Tugend.

35 Cent für Extra-Bratensoße in der Uni-Mensa: Über die neue Regel sind viele Ulmer Studierende empört.
© Foto: Screenshot Jodel

Doch damit ist jetzt Schluss. Seit Oktober prangt ein pikantes Schild an Mensa-Theke: „Soße extra 0,35 Euro“. Die neue Regel in der Uni-Mensa: Wer eine sogenannte „Hauptkomponente“ – beispielsweise ein Schnitzel – bestellt, erhält eine Portion Soße gratis dazu. Wer einen Nachschlag für Fleisch oder Beilage haben möchte, bezahlt für 100 Milliliter 35 Cent.

35 Cent für Extra-Bratensoße: Ulmer Studenten schimpfen im Netz

Extra zahlen für Extra-Soße – diese Maßnahme sorgt bei Ulmer Studenten für reichlich Zündstoff. Im sozialen Netzwerk „Jodel“ ist die Empörung groß – Wut paart sich mit Häme: „Wucher! #gegenBratensoßenKapitalismus“ ist dort zu lesen. „Ich stelle mich ab jetzt mit `nem großen Topf Bratensoße in die Mensa und verteile Gratiskellen“, schrieb ein anderer Nutzer. Viele fragen sich: Wie kommt diese kuriose Preispolitik zustande?

Einige Nutzer machen sich auf „Jodel“ über die neue Preispolitik lustig.
© Foto: Screenshot Jodel

Die Antwort liefert das Studierendenwerk Ulm. Die öffentliche Institution ist für den Mensabetrieb in der Ulmer Universität sowie für sechs weitere Standorte zuständig. Pressesprecherin Silke Schröder erklärt: „Die besagte Regel gilt bereits seit Jahren an allen anderen Hochschulen. An der Uni Ulm haben wir nun festgestellt, dass im Kassenlayout die Soßenpreistaste nicht programmiert wurde. Diesen Fehler haben wir korrigiert.“ Auch beim Thema Soße wolle man alle Studenten gleich behandeln, deshalb die Preiserhöhung.

Studierendenwerk Ulm: Gleiche Soßenpreise für alle

Trotz der Kritik will das Studierendenwerk bei der Änderung bleiben. „Leider können wir die Soße nicht umsonst herausgeben, da wir durch die Abgabe von subventioniertem Essen im vergangenen Jahr einen Verlust in unseren Mensen von rund 3,5 Millionen Euro zu verzeichnen hatten“, sagt Silke Schröder.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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