Ulm Ungewöhnlicher „Hamlet“ im Ulmer Zelt

CLAUDIA REICHERTER 24.05.2016
Eine Tragödie mit neun Toten ist eigentlich nicht der klassische Musicalstoff. Dennoch ist Shakespeares „Hamlet“ am Donnerstag im Ulmer Zelt als „Rock-Oper“ zu sehen.

„400 Jahre tot und so lebendig wie nie“ titelte jüngst „Die Welt“. Wie wahr: William Shakespeares „Hamlet“ etwa gehört bis heute zu den meistgespielten Theaterstücken der Welt. Auch im Programm des Ulmer Zelts findet sich der englische Dramatiker und Dichter, der am 3. Mai 1616 gestorben ist: Dort ist sein „Hamlet“ am Donnerstag, 20 Uhr, zu sehen – und zwar als Rock-Oper.

Weil er sich zu Beginn seiner Laufbahn bei einer Inszenierung der berühmten Tragödie „zu Tode gelangweilt“ habe, nahm sich Regisseur Sascha von Donat vor, „das Stück eines Tages mal ganz anders auf die Bühne zu bringen“. Das tut er jetzt zusammen mit der Opernwerkstatt am Rhein und Florian Caspar Richter, mit dem er 2009 die „Billie Holiday Story“ inszenierte. Dieser „Hamlet“ verspricht jedenfalls wenig Langeweile, denn das Tourneetheater fährt Live-Musik, 3-D-Elemente, Puppenspiel und aufwändige historische Kostüme mit Steampunk-Elementen auf. Shakespeares Stück um Mord, Rache, Intrigen und unerwiderte Liebe wird in die Weiten des Weltalls versetzt – und mithilfe einer Rockband mit Pop- und Rock-Hits der vergangenen 30 Jahre angereichert. Die 15 Darsteller kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen: vom klassischen Sänger über Straßenmusiker und Schauspieler bis hin zum Comedian. Gesungen wird in diesem ungewöhnlichen „Hamlet“ auf Englisch, gesprochen auf Deutsch.