Ulm Ungebrochene Begeisterung für die Einstein-Jugendläufe

UTE GALLBRONNER 18.09.2016
Allen Wetterunken zum Trotz, blieb es auch bei den diesjährigen Einstein-Jugendläufen trocken. 6842 Kinder und Jugendliche hatten ihren Spaß.

Wenn Kinder und Jugendliche im und ums Donaustadion rennen, kann es einfach nicht regnen. Viele Besucher der Einstein-Jugendläufe waren angesichts der katastrophalen Wettervorhersagen gut vorbereitet gekommen. Regenschirme zur Hand, Mülltüten im Gepäck, um Wechselklamotten oder auch Kinder zu schützen, die Sitzauflagen in Plastiktüten verpackt. Das alles war aber gar nicht nötig: Zwischen 9 und 16 Uhr fiel kein einziger Tropfen. Sogar die vielen freiwilligen Helfer blieben trocken. Sie durften den heiligen Rasen des Donaustadions während des ganzen Tages nicht betreten, und mussten die deshalb nötigen vielen Absperrungen umgehend nach dem letzten Zieleinlauf räumen: Schließlich stand am Sonntag ein Kick der C-Jugend des SSV 46 an.  

6842 Kinder nahmen Strecken zwischen 400 Metern und 5 Kilometern in Angriff. Den Anfang machten wie immer die Minis mit ihrer Stadionrunde. In fünf Gruppen aufgeteilt, begleitet von Erziehern, die den sportlichen Einsatz am Wochenende nicht scheuten. Alles ging geordnet über die Bühne, vielleicht auch deshalb, weil einige Eltern das Wetter gescheut hatten und die Gruppen etwas kleiner waren als im Vorjahr. Andere setzten auf lange Unterhosen, in denen manch kleiner Läufer mächtig ins Schwitzen geriet. „Schnell laufen kann man nur in kurzen Hosen“, verriet dagegen der kleine Alessio mit ernster Miene.

Viele strahlende Gesichter und stolze Mienen bei der Übergabe der Medaillen gab es wieder zu sehen, wenngleich Einzelne durchaus überfordert schienen. Manch Elternteil war es sicherlich schwer gefallen, die Kleinen einfach loszulassen. Doch alles verlief geordnet. Die Erwachsenen, die als Begleiter dabei waren, hielten sich meist am Rand und störten die Kinder nicht. Doch auch in diesem Jahr gab es wieder welche, die nicht einsehen wollten, dass ihr Kind das alleine schaffen soll. Ein Vater sprintete sogar mit seinem Sohn ins Ziel, ohne Rücksicht auf die anderen kleinen Läufer.

Mit jedem Jahr schneller werden die Handbiker. Nicht jeder hat das Material des neunjährigen Österreichers Maxi Taucher zur Verfügung, aber was der mit seiner Rennmaschine anstellt, ist schon famos anzusehen. Wie im Vorjahr lieferte er sich mit dem Blausteiner Erik Rudolph ein Rennen Rad an Rad. Auf den letzten 200 Metern setzte sich Taucher ab und siegte in 2:06,5 Minuten. Drei Sekunden dahinter kam der Blausteiner ins Ziel. Alle beide waren mehr als 30 Sekunden schneller unterwegs als im Vorjahr.  

Bei den ersten beiden 800-Meter-Läufen wurde es dann eng für die Helfer, die in der Start- und Zielkurve standen. Die Lehre: Mit Fähnchen und Menschenkraft lässt sich eine dahinstürmende Kinderhorde nur bedingt bremsen. Eigentlich sollten sie aus dem Stadion rauslaufen, was ihnen Lehrer und Eltern bestimmt auch gesagt hatten, doch im  Eifer des Gefechts bogen sie gleich in Richtung Zielbogen ab. Nur mit Mühe war die Gruppe wieder auf den rechten Weg zu bringen. Kleinere Stürze inklusive. Schnell wurden Absperrgitter positioniert, um den Ansturm in die richtigen Wege zu leiten.  

Mit 937 Startern war der Jahrgang 2008 am stärksten besetzt. Die Schnellsten kamen in dieser Klasse aus Bayern: Lennard Kämena (Weißenhorn) und Melina Gaupp (Vöhringen) holten die goldenen Pokale. Je älter die Jugendlichen, desto kleiner werden die Starterfelder. Rapide abwärts geht’s mit dem Wechsel an die weiterführende Schule. Dort werden dann die Abstände größer, denn vorneweg laufen die Spezialisten, deren Namen man aus Ergebnislisten von höherklassigen Leichtathletik- oder auch Biathlon-Wettkämpfen kennt. Spezialisten eben. Einige werden am kommenden Woche auf den längeren Strecken ebenfalls dabei sein.  

Die Sanitäter hatten nicht besonders viel zu tun: Ein paar Schürfwunden, verstauchte Knöchel, ein paar wenige hatten sich zu viel zugemutet oder das Falsche gegessen. Angesichts des perfekten Laufwetters hielten sich aber auch diese Unpässlichkeiten in Grenzen.