Erlaubt sind an der Unfallstelle an der Kreuzung der NU 8 mit der Heerstraße zwischen Burlafingen und Pfuhl beim Schulzentrum Tempo 100. Errechnet wurden nach dem tödlichen Unfall Mitte Juni bei dem Unglücksfahrer aufgrund der Spurenlage knapp 90 km/h. Um zur Nachtzeit aber „innerhalb des einsehbaren Bereichs“ anhalten zu können, wie es die Straßenverkehrsordnung vorschreibt, hätte der 32-jähriger Mann an jenem Junitag bei Abblendlicht nur maximal Tempo 45 haben dürfen, um zu verhindern, was einem anderen Menschen das Leben gekostet hat.

Opfer stark alkoholisiert

Das 20-jährige Opfer war im Sommer vom Dorffest in Burlafingen gekommen und zu Fuß auf dem Heimweg. In dem Kreuzungsbereich hatte ihn nach heutiger Erkenntnis offenbar eine aufgrund allzumächtigen Alkoholkonsums eintretende Müdigkeit übermannt, weshalb er sich auf der Straße zum Schlafen gelegt haben muss. So jedenfalls steht es jetzt im Strafbefehl, den das Amtsgericht Neu-Ulm auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Memmingen erlassen hat.

Fahrlässige Tötung und Fahrerflucht

Der Straftatbestand gegen den 32-jährigen Autofahrer lautet auf fahrlässige Tötung und Fahrerflucht, weshalb er eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen bezahlen soll. Wie hoch die Tagessätze sind, teilte das Gericht aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht mit, da sich daraus die Höhe des Einkommens errechnen lässt. Zu der Geldstrafe kommt noch ein dreimonatiges Fahrverbot hinzu. Beim Vorliegen einer Unfallflucht hätte es auch einen zeitlich befristeten Entzug der Fahrerlaubnis sein können, wie der Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer erklärte. Allerdings war der Fahrer nach seiner Flucht noch einmal zum Unfallort zurückgekommen.

20-Jähriger wird überrollt

Wie man aufgrund eines verkehrstechnischen Gutachtens weiß, muss der 32-Jährige von Leipheim kommend rechts  auf die NU 8 in Richtung Thalfingen abgebogen sein und im Kreuzungsbereich den Körper des 20-Jährigen überrollt haben. Der junge Mann war noch an Ort und Stelle seinen schweren Verletzungen erlegen.

Wie Gerichtsdirektor Thomas Mayer gestern auf Anfrage mitteilte, seien Tempolimits kein Freibrief, die maximal zulässige Geschwindigkeit ausreizen zu dürfen. Oberstes Gebot sei immer, rechtzeitig vor einem Hindernis anhalten zu können. Und das seien bei der eingeschränkten Sichtweite nachts nach 3 Uhr eben jene 45 Kilometer gewesen, wie sie ein Gutachter ausgerechnet habe. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

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