Noch ist der Zugang zur Neu-Ulmer Innenstadt von der Donau und von Ulm aus vor allem eine Baustelle. Das wird er auch noch eine Weile bleiben. Denn sobald der Neubau der Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen auf der Insel fertig ist, kommt der Straßenraum dran. Die Stadt will das Stück von der Herdbrücke bis zur Abzweigung in die Silcherstraße neu gestalten. Ziel ist es, den gesamten Bereich attraktiver zu machen, und zwar gleichberechtigt für alle Verkehrsteilnehmer.

Dass dringend etwas geschehen muss, ist für die Abteilung Stadtplanung klar. In ihrer Zustandsbeschreibung fallen für diesen Straßenabschnitt Worte wie „unansehnlich“, „etwas verwahrlostes Erscheinungsbild“ und „stark in die Jahre gekommen“. Es herrsche ein Durcheinander von Hinweisschildern, Verkehrszeichen, Straßenbeleuchtung und Pflanzkübeln.

Bei der Neugestaltung setzen die Stadtplaner zum größeren Wurf an:

Herdbrücke Sie wird saniert, bleibt aber stehen. In Abstimmung mit der Stadt Ulm, die die Hälfte der Brücke unterhält, ist geplant, den Gehweg auf der flussaufwärts gelegenen Seite zu verbreitern, weil dort mehr Fußgänger gehen als auf dem flussabwärts gelegenen. Er wird entsprechend verschmälert.

Insel Größere Eingriffe planen Stadt und Stadträte, die die Pläne einstimmig befürworteten, auf dem an die Herdbrücke anschließenden Abschnitt. Vorbild ist die Neue Straße in der Neuen Mitte in Ulm. Die Fahrbahn wird um eine Spur reduziert zugunsten einer Mittelinsel, die Fußgängern das Queren erleichtert. Statt hoher Bordsteine gibt es nur kleine Absätze oder unterschiedliche Bodenbeläge zwischen den einzelnen Bereichen. Im Gespräch ist zudem Tempo 30. Ziel ist es, den Bereich für Fußgänger attraktiver und bequemer zu machen. Die Parkplätze vor den Geschäften auf der westlichen Seite fallen weg. Über die Herdbrücke fahren täglich rund 7000 Fahrzeuge, 660 in Spitzenstunden, und mehr als 600 Busse.

Marienbrücke Vor der Brücke über die Kleine Donau wird die Fahrbahn wieder dreispurig. Das ist nötig, damit Autos in die Sparkassen-tiefgarage abbiegen können, ohne den ganzen Verkehr aufzuhalten.

Kommentar von Chirin Kolb: Modern und bewährt

Der Sparkassen-Neubau in Neu-Ulm ist ein Signal in zweifacher Hinsicht. Er steht an prominenter Stelle, am Stadteingang an der Donau, für Aufbruch und moderne Stadtgestaltung. An einer Stelle also, die in der Tat den leicht verwahrlosten Eindruck macht, den selbst die Stadtverwaltung konstatieren muss. An anderen Ecken wie am Maxplatz, Heiner-Metzger-Platz, rund um Konzertsaal und Realgrund-Neubauten hat sich die Innenstadt schon sehr zu ihrem Vorteil entwickelt oder ist gerade dabei. Doch was Besucher, die über die Herdbrücke kommen, als erstes sehen, ist: Tristesse.

Mit manchen Bausünden wie dem Donaucenter muss man leben. Andere, kleinere verschwinden vielleicht einmal – wenn die Eigentümer mitmachen. Denn oft genug hat es die Stadt gar nicht in der Hand, sie kann nur die Rahmenbedingungen schaffen und das Umfeld, also zum Beispiel den Straßenraum, verschönern.

Auch dafür ist der Sparkassen-Bau ein Signal. Der Eigentümer investiert und setzt damit an zentraler Stelle eine überfällige Entwicklung in Gang. Die Stadt zieht nach und sorgt mit ihren Plänen für die Neugestaltung des Straßenraums dafür, dass der Stadteingang ein modernes Gepräge erhält. Modern nicht nur unter optischen Gesichtspunkten: Autofahrer haben künftig nicht mehr Vorfahrt, sondern teilen sich den Raum mit Fußgängern und Radlern. Was in der Ulmer Neuen Mitte hervorragend funktioniert, wird auch gut zu Neu-Ulm passen.

Neugestaltung auch auf der Insel bis zum Schwal

Insel Die einzige Straße auf der Neu-Ulmer Donauinsel heißt Insel. Sie wird im Wesentlichen von Anwohnern genutzt und endet am Schwal. Auch sie soll im Zuge des Sparkassen-Neubaus und der Neugestaltung der Hauptstraße verschönert werden.

Ziele Die Insel ist, wie die Stadtverwaltung feststellt, „eine exklusive Lage im Herzen der Innenstadt mit unmittelbarem Bezug zur Donau“. Die Straße soll attraktiver werden für die Bewohner, aber auch für Fußgänger, Radler und Besucher des Schwals.

Pläne Die Insel wird nach den Plänen des Landschaftsarchitektur-Büros Köber ab Haus Nummer 16 verkehrsberuhigter Bereich. Die Straße erhält einen einheitlichen Belag. Bäume werden so gepflanzt, dass sie Parknischen begrenzen und den Verkehr zusätzlich bremsen.