Unternehmen Ulrich Medical baut Ulmer Standort aus

Klaus Kiesel (l.) und Christoph Ulrich mit einem Kontrastmittel-Injektor.
Klaus Kiesel (l.) und Christoph Ulrich mit einem Kontrastmittel-Injektor. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Frank König 26.09.2017
Die traditionsreiche Firma hat die Logistik ausgelagert und so neue Flächen für die Forschung geschaffen.

Das Medizintechnik-Unternehmen Ulrich Medical hat den Standort im Junginger Buchbrunnenweg um ein weiteres Modul erweitert. Durch die Auslagerung der Logistik an die Spedition Seifert in Ulm-Nord ist es gelungen, bisherige Lagerflächen in Forschungslabore, Schulungs- und Büroräume umzuwandeln: insgesamt 3000 Quadratmeter.

Ulrich Medical hat in das zehn Monate laufende Projekt rund drei Millionen Euro investiert und zum Abschluss  einen Familientag für die Mitarbeiter veranstaltet. Wie der geschäftsführende Gesellschafter Christoph Ulrich sagte, konnten in den neuen Räumen 132 Mitarbeiter untergebracht werden. Ulrich Medical beschäftigt insgesamt 350 Menschen. 30 Beschäftigte sind im Zuge der Neuordnung des Lagers an den neuen Logistik-Standort von Seifert an der A 8 umgezogen. Ulrich hat dort 4000 Quadratmeter angemietet: als medizinisch-steriles und daher auch behördlich zertifiziertes Lager.

In den neuen Räumen testet die Firma ihre Prototypen – auch in Langzeitversuchen – und hat moderne 3D-Drucker installiert. Sie stellen Kunststoffteile für die Kontrastmittel-Injektoren in hoher Präzision her, sagten Christoph Ulrich und Co-Geschäftsführer Klaus Kiesel. Die Ursprünge des 1912 gegründeten Familienunternehmens liegen freilich in Wirbelsäulensystemen, die nicht zuletzt nach Unfällen zum Einsatz kommen. Das neue Stabilisierungssystem Neon 3 schafft eine geschraubte Verbindung von der Halswirbelsäule zum Schädel und verhindert Querschnittslähmungen. Für die Herstellung der Titan-Implantate verfügt Ulrich über einen hochmodernen Maschinenpark mit computergesteuerten Werkzeugmaschinen.

Bei der Entwicklung arbeitet die Firma eng mit spezialisierten Ärzten und Kliniken zusammen. Die Exportquote beträgt 80 Prozent, die Handbücher müssen in 27 Sprachen übersetzt werden. Die beiden Produktgruppen Implantate und Geräte machen je etwa 50 Prozent am nicht näher genannten Umsatz aus. Christoph Ulrich macht aber deutlich: Sowohl im vergangenen Jahr als auch 2017 beträgt das Wachstum zehn Prozent.

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