Denkmalschutzpreis 2018 Ulmer Haus in der Büchsengasse ausgezeichnet

Das historische Wohn- und Geschäftshaus in der Büchsengasse wurde beispielhaft saniert. Dafür gab es nun den Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg.
Das historische Wohn- und Geschäftshaus in der Büchsengasse wurde beispielhaft saniert. Dafür gab es nun den Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / swp 17.08.2018
Alle zwei Jahre zeichnen der Schwäbische Heimatbund und der Landesverein Badische Heimat vorbildlich sanierte Gebäude aus. Ein Preisträger kommt aus Ulm.

Wer in Baden-Württemberg ein historisches Gebäude besitzt und dieses behutsam renoviert oder saniert, hat gute Chancen, ausgezeichnet zu werden. Alle zwei Jahre schreiben der Schwäbische Heimatbund und der Landesverein Badische Heimat den Denkmalschutzpreis aus. Fünf gleiche Preise werden an private Bauherren ver­geben, die im Rahmen von Gesamtsanierungen historischer Bauten denkmalpflegerisch besonders vorbildlich mit ihrem Eigentum umgegangen sind.

Viele Bewerbungen eingegangen

Die Jury aus Vertretern des Schwäbischen Heimatbundes, der Badischen Heimat, der Wüstenrot Stiftung, der Landesdenkmalpflege, des Städtetags und der Archi­tektenkammer Baden-Württemberg hatte dieses Jahr nicht weniger als 87 Be­­werbungen zu beurteilen. In die engere Wahl kamen zwölf Objekte. Nach deren Besichtigung wurden schließlich die diesjährigen fünf Preisträger bestimmt.

Prämiert wurden ein bis ins Mittelalter zurückgehendes Wohngebäude in Ulm, das ehe­malige Rebleute­haus des Klosters Salem in Sipplingen am Bodensee, zwei Hand­werkerhäuser im Stutt­garter Leonhardsviertel, eine malerische Gebäude­gruppe mit Backhaus und Uhr­turm im hohenlohischen Forchtenberg sowie der Terras­senbau der Uhrenfabrik Junghans in Schramberg aus dem Ersten Weltkrieg. Sie alle stehen für die große Bandbreite der Denkmalkultur im Land.

Geldpreis und Bronzeplakette als Anerkennung

Als Zeichen der Anerkennung erhalten die Bauherren einen Geldpreis von 5000 Euro sowie eine Bronzeplakette zur Anbringung an ihrem Gebäude. Zudem ist die Auszeichnung mit Urkunden für die Eigentümer sowie die beteiligten Architekten und Restauratoren verbunden. Die Preise werden im Rahmen einer Festveranstal­tung im Frühjahr 2019 überreicht.

Das Ulmer Projekt: Ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung

Der Architekt Jörg Schmitz, Architekt und Stadtbildpfleger in Ulm, konnte nicht an­ders, als 2015 das Haus zu kaufen, das ihm von einem Rechtsanwalt aus einer Nach­lasssache angeboten wurde: ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, eines der wenigen heil durch den Zweiten Weltkrieg gekommenen, bis ins Mittelalter zu­rückreichenden Bürgerhäuser in der Ulmer Innenstadt.

Doch es war auch eine Im­mo­­bilie, deren Zustand jedem Besitzer schlaflose Nächte bereiten musste. Mehr als ein halbes Jahrhundert war das Fachwerkhaus mit zwei Vollgeschossen über einem steinernen Erdgeschoss unbewohnt und ohne Bauunterhalt gewesen.

Die Herausforderungen waren des­halb immens und – so wurde ihm schnell klar – für Jörg Schmitz finanziell nicht zu schultern. Da übernahm sein Schwiegervater Dieter Benz das Haus und den Part des Bauherrn, und beide betrieben gemeinsam mit großem Engagement die Sanierung, die 2017 abgeschlossen werden konnte.

„Frühere Gestaltqualität zurückgewonnen“

Gemeinsam mit Denkmalbehörden fand der Architekt ein Konzept zur Wiederbele­bung des Anwesens mit Ladennutzung im Erdgeschoss sowie Büro- und Wohnnut­zung in den oberen Stockwerken, das die Jury überzeugen konnte: „Reparaturen und Ergänzungen erfolgten mit überdurch­schnittl­icher Sorgfalt, handwerklicher und restauratorischer Qualität“, heißt es in der Bewertung. „Das Haus hat durch diese überlegt eingesetzten Maß­­nahmen zweifellos frühere Gestaltqualität zurückgewonnen.“

Das könnte dich auch interessieren:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel