Ulmer Weihnachtsmarkt Breite Essensauswahl – auch für Veganer und Vegetarier

Ulm / Carolin Stüwe 06.12.2018
Statt der üblichen Bratwurst gibt es auch Kürbissuppe aus Biogemüse oder Wild-Burger auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt.

Es gibt immer mehr Vegetarisches auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt, das hat ein Rundgang gezeigt. Die überdimensionale Speisekarte an den Eingängen zur Budenstadt beschreibt, wo man was findet.

Veganes Essen

Burrito ist der Renner unter den vegetarischen Gerichten beim „Veganer“. Im Teigfladen ist Soja-Geschnetzeltes und selbst gemachtes Tsatsiki. Das können auch Menschen mit Lactoseintoleranz essen, denn der Joghurt – mit viel Knoblauch – ist ebenfalls auf Sojabasis hergestellt. Dazu kommen noch ein Salatblatt, Tomatenscheiben, Gurke und Röstzwiebeln, dann wird das Ganze in einen Tortilla-Wrap eingerollt. Macht 6 Euro. Wer mittags keinen Knoblauch essen mag, weil er noch arbeiten muss, kann wählen zwischen diversen Tofu-Bratlingen mit den Geschmacksrichtungen Erbse-Kräuter, Karotte-Kümmel und Rote Beete-Meerrettich (6 Euro).

Weiter gibt es eine Tagessuppe etwa aus Roten Linsen mit Kokosmilch (6 Euro) oder ein Tagesessen aus Biogemüse (7,90 Euro). Das „Glückliche Gulasch“ besteht aus Süßkartoffeln und Kürbis „und es ist glücklich, weil kein Tier sterben musste“, sagt Anna Todt. Sie hat gerade ihr Studium der Sprachwissenschaften beendet und arbeitet nun beim „Veganer“, seit fünf Jahren Ableger des Ulmer Geschäftes „Duft und Wärme“. „Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es noch zu wenig Vegetarisches“, findet Stammkundin Bettina Müller, die sich vegan ernährt, also nicht mal Käse isst.

Käsegerichte

Dabei gibt es davon reichlich: Der Käshäusle-Stand bietet seit zwölf Jahren seine Spezialitäten an. „Fürs geröstete Baguette mit geschmolzenem Schweizer Raclette stehen die Leute Schlange“, sagt Heidi Kemper-Niederlein, Inhaberin des Käshäusle in der Dreiköniggasse. Ebenfalls 6,50 Euro kostet der heiße Allgäuer Ofenkäse. Gerne gegessen „wegen der leichten Schärfe“ werde das überbackene Baguette mit Schafskäse-Mango (5 Euro). Sonntags sei für viele Familien Kässpätzletag (5,50 Euro).  Mit Käse überbackene Bio-Baguettes gibt es auch bei der Fromagerie Holzapfel, die zwar aus Herrenberg kommt, aber seit gut 20 Jahren beim Weihnachtsmarkt – und auch samstags auf dem Wochenmarkt – dabei ist, sagt Geschäftsführerin Birgit Böhme. Oft verlangt werden das Raclette-Baguette (4 Euro) und die Antipasti-Schale (5 Euro) etwa mit Artischockenherzen, Oliven sowie Auberginenröllchen. Und es gibt sogar einen veganen Nachtisch: Trockenfrüchte und Nüsse.

Naschwerk

Der Naturkostladen „Kornmühle“ hat seinen Stand vollgepackt mit Honig-Lebkuchen, Stollen und Plätzchen. „So wie Weihnachten eben früher war“, sagt Standbetreiberin Renate Unseld. Die meisten Backwaren sind aus Dinkelmehl. Zwar enthält Dinkel mehr Gluten als Weizenmehl, aber in einer anderen Proteinkombination. Deshalb vertragen Menschen mit Gluten-Intoleranz Dinkelgebäck. Eine Allergenliste liegt am Stand. Kinder mögen vor allem die Elch-Lebkuchen mit in Schokolade getunktem Geweih. Nachschub kommt aus der Beimerstetter Bäckerei Unseld.

Was steckt hinter dem Getränk „Schwäbischer Bio-Calvados“ für 4,50 Euro? Dem erwärmten Apfelsaft von hiesigen Streuobstwiesen wird ein Schuss Calvados zugefügt und etwas Agavensirup. Wer Glühwein vorzieht, bekommt für 4 Euro einen Bio-Rotwein mit Blutorangenlikör, Zucker und Gewürzen. Dazu eine Dinkelwaffel für 3 Euro, weil ein Weihnachtsmarkt ohne Puderzucker auf dem Mantel kein Weihnachtsmarkt ist.

Fischgerichte

„Wir sind erstmals seit 1392 mit in der Budenstadt“, scherzt Standbetreiber Florian Heilbronner. Denn solange gibt es die Fischerfamilie bereits in Ulm. „Schön, dass ihr da seid“, sagt ein Kunde, der gleich einen Backfisch im Semmel bestellt. Das ist ein Rotbarschfilet im Bierteig (4,80 Euro). Gebacken werden ebenso eine Portion Tintenfischringe (5,50 Euro) und Garnelen im Kartoffelnest (6,50 Euro). Der Stand steht zwar etwas ab vom Schuss: auf dem „Münsterplätzle“ zwischen Märchenwald und Delphinbrunnen. „Aber das macht nichts, dann haben wir Zeit, den Ablauf in so einem Stand zu üben“, sagt Heilbronner lachend.

Wild

Ein bisschen Fleisch von artgerecht gehaltenen Waldtieren darf es dann doch sein auf dem alternativen Rundgang: Abseits vom Trubel, beim Stadthaus, steht der „Wilde Jag’r“ am Induktionsgrill und wendet die Wild-Burger. Dabei ist Tobias König gar kein Jäger, sondern Schlosser und baut im richtigen Leben Hydraulik- Bagger zusammen. Für den Weihnachtsmarkt nimmt er extra Urlaub, um am Stand von York Wachter zu helfen.

Der Wildburger (5,50 Euro) besteht aus Hirsch- und Wildschweinfleisch aus einer Sigmaringer Wildmetzgerei. Enthalten sind zudem 20 Prozent Hausschwein, damit der Burger saftig bleibt. Dazu kommen im Laugenbrötchen ein Salatblatt, Röstzwiebeln sowie ein Preiselbeer-Senf. „Das Rezept wird nicht verraten“, sagt König geheimnisvoll, geht neben seinen Stand und holt ein paar Holzscheite. Mit denen füttert er die Kaminöfen unter den beheizten Stehtischen – wo bereits ein Nichtkunde seine Feuerwurst verspeist.

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Was es noch gibt außer Essen

Angebot Der Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz läuft noch bis zum 22. Dezember und ist täglich von 10 bis 20.30 Uhr geöffnet. 130 meist hübsch geschmückte Stände präsentieren etwa Kunsthandwerk, klassische und moderne Weihnachtsdeko, Geschenkideen und Praktisches aus Wolle. Apropos: Mit Schafen und einem Esel ist die Krippe wieder belebt.

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