Programm Ulmer Volkshochschule wird grün

Ulm / Carolin Stüwe 12.01.2018

Noch nie war die ökologische Bedeutung des Waldes so groß wie heute. Und es gibt selten ein Thema, dass so viele Menschen anspricht. „Außerdem sollen sie mal etwas ganz anderes in der vh machen können“, begründet Dagmar Engels, die Leiterin der Ulmer Volkshochschule, das Thema „Wald“ für das Semesterprogramm Frühjahr/Sommer. Entsprechend zeigt das Deckblatt des 274-seitigen Programmes einen Weg im Laubwald, durch dessen Kronen die Sonne scheint.

Bei den Japanern gibt es sogar ein Wort für „Waldbaden“, das Eintauchen in die erholende Umgebung grüner Bäume. Über den Wald in Japan, Regenwälder der Taiga sowie „Deutschlands letzte Rotbuchenwälder“ informieren Veranstaltungen. Da der Wald aber nicht nur zu unserer Umwelt gehört, sondern auch in Politik, Gesellschaft und Geschichte eine Rolle spielt, betrachtet die vh genauso die „Natur der Nation – Der deutsche Wald als nationalsozialistische Ideallandschaft“.

Bei der Semestereröffnung am 28. Februar im Einstein-Haus spricht Prof. Michael Wettengel, Historiker und Leiter des Ulmer Stadtarchivs, über „Die Deutschen und ihr Wald“. Und Musiker Dieter Kraus hat extra ein Quartett zusammengestellt, das überwiegend auf Musikinstrumenten aus Holz spielt. „Wir hatten selten einen Schwerpunkt mit so vielen Veranstaltungen“, freut sich Engels. Entsprechend werden auch etliche Exkursionen angeboten, vorwiegend in Wälder der Region wie im Lonetal und Langenau sowie im Allgäu.

Weiße Rose im Blick

Auch wenn die vh in den nächsten Monaten recht grün daherkommt, bleibt ihr besonderes Profil die politische Bildung. In diesem Zusammenhang geht es einerseits um Menschenrechte („Shrinking Spaces – Zivilgesellschaft unter Druck“) und andererseits wird, wie schon im Wintersemester, an den Widerstand der Weißen Rose erinnert. Hier speziell an den 22. Februar 1943, als unter anderem Hans und Sophie Scholl in München hingerichtet wurden. Am 25. Februar bietet die vh den Stadtrundgang „Die Scholls in Ulm, 1932 – 1944“ an und danach im Einstein-Haus „vh, HfG und mehr“.

Was gibt es Neues im neuen Programm? So viele Fremdsprachenkurse wie noch nie, nämlich rund 350 – von insgesamt 1862 vh-Kursen. Bei den Fremdsprachen findet man sogar interkulturelle Trainingsangebote: Dabei erhält man nicht nur Einblick in kulturelle Standards und Normen des Ziellands, sondern lernt auch, in Interaktionen etwa mit Geschäftspartnern sich der Situation angepasst auszudrücken.

Sehr gut laufen laut Engels die gebührenfreien Stammtische im Albert’s Café der vh. In lockerer Atmosphäre unterhalten sich die Teilnehmer über Alltägliches, aktuelle Themen und Kultur – auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Italienisch. Deutsch wird natürlich auch noch gelehrt, zunehmend in Abendkursen, weil Berufstätige ausländischer Herkunft ihr Deutsch verbessern wollen.

Wo bildet sich der Mensch am liebsten fort? Dort, wo es etwas zu essen oder zu probieren gibt. Etwa beim Olivenöl-Tagesseminar: Carmen Sánches Garcia, diplomierte Olivenöl-Verkosterin, erklärt den Produktionsvorgang, geschmackliche Charakteristika unterschiedlicher Sorten und die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit.

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