Komponist Ulmer Töne auf zwei Silberlingen

Ulm / Helmut Pusch 05.12.2017
Seine Werke spielten auch schon die Philharmoniker. Jetzt gibt es zwei CDs mit Arbeiten von Günther Buhles.

Er hat jahrzehntelang über Musik geschrieben, aber der Ulmer Günter Buhles hat auch jede Menge Musik selbst komponiert. Seine erste, im Frühjahr von Saxophonist Dieter Kraus und Pianistin Susanne Lohwasser im Konzertsaal der Musikschule Ulm uraufgeführte Saxophon-Sonate „Auf dem Podium“ trägt beispielsweise die Opuszahl 63b.

Und auch sie findet man auf den beiden Alben, die das Berliner Label Unisono jetzt mit Werken des Ulmers veröffentlicht hat. Eine enthält Werke für Orchester, die andere präsentiert Kammermusik für Holzbläser.

Auch Buhles ist von Hause aus Holzbläser, vor allem als Saxophonist aktiv, er hatte als Kind zudem Unterricht auf der Violine, der Trompete und der Flöte. Als Pianist ist Buhles Autodidakt, aber just auf diesem Instrument „habe ich rumgeklimpert, improvisiert, und so entstanden die ersten Kompositionen“, erzählt der Musiker, der kurz vor Weihnachten 74 wird.

Dass Buhles mal zeitgenössiche Klassik komponieren würde, war keineswegs so klar. Denn angefangen hat der Musiker als Jazzer. In Karlsruhe und Saarbrücken studierte er Germanistik und Musikwissenschaft, absolvierte in Karlsruhe bei Peter-Michael Fischer einen Studiengang in elektronischer Musik und nahm in dieser Zeit auch an Workshops für Improvisation und Komposition teil.

1980 kam der gebürtige Saarländer, der sich längst als Jazz-Fachmann einen Namen gemacht hatte, nach Ulm, wurde Kulturredakteur der „Schwäbischen Zeitung“ und lernte so auch viele Musiker kennen, die wiederum seine Werke aufführten – wie etwa der Ulmer Generalmusikdirektor James Allen Gähres, der mehrmals Buhles-Kompositionen auf den Spielplan nahm. 2003 wurde auch die Kammeroper „Die Judenbuche“ vom Theater Ulm uraufgeführt.

Auftrag von Lee Konitz

Der Jazzsaxophonist Lee Konitz ließ sich von Buhles gar ein Konzert auf den Leib komponieren. „Ich mag deine Melodien. Warum schreibst Du nichts für mich?“, fragte der Star den Ulmer, nachdem er eine Aufnahme von Buhles’ Konzert für Saxophon und Orchester gehört hatte. Buhles kam dem Wunsch nach. 2000 nahm Konitz „Prisma“ mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt unter der Leitung Christoph Campestrinis auf. Und diese Aufnahme erscheint in Kürze auf einer weiteren, dritten neuen CD.

Info Die CDs mit Werken von Günter Buhles sind in Ulm in der Bücherstube Jastram erhältlich und auf der Homepage des Komponisten: www.guenter-buhles.net

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