Ulm Ulmer Stimmen zu Olympia: "So schlecht waren wir doch gar nicht"

Ulm / ANNA TODT IRIS TARNECK 11.08.2012
Die Olympischen Spiele in London neigen sich dem Ende zu. Die Ulmer Bürger sind von den wenigen Auszeichnungen der deutschen Sportler kaum enttäuscht - Medaillen sind eben doch nicht alles.

"Dass man nicht immer Hochleistungen bringen kann, ist im Leben ganz normal", sagt Gisela Kapfer. Die Rentnerin aus Lauingen ist nicht enttäuscht von den deutschen Sportlern. "Im Schwimmen hätte es besser sein können", meint sie zwar, "aber die Erwartungshaltung war am Anfang sehr hoch."

Noch ist die Hoffnung nicht verloren. Die Ulmer blicken dem letzten Tag der Spiele optimistisch entgegen. "Die Olympischen Spiele enden ja erst am Sonntag, wer weiß, was noch passiert", teilt Martha Wegert mit. Die 14-jährige Schülerin aus Laupheim findet es überhaupt nicht schlimm, dass es bis jetzt so wenig Auszeichnungen gab.

"Es geht nicht immer nur um Medaillen. Klar ist es schön, welche zu gewinnen, aber es muss nicht immer sein." Der Stadtplaner Michael Müller war vor allem vom Erfolg der Beachvolleyballer begeistert. Auch Salvatore Cataldo schaut sich die Spiele der deutschen Ballsportler an. Sein Lieblingssport ist allerdings ein anderer. "Leichtathletik habe ich am liebsten." Der 49-Jährige ist schon etwas enttäuscht von der Leistung der Deutschen. "Vielleicht war es die schlechte Vorbereitung. Oder die Konkurrenz wurde unterschätzt." Vor allem England und die USA hätten ihr Können besonders gut unter Beweis gestellt.

Diese Meinung teilt auch Robin Schäfer. Der Student verfolgt die Olympischen Spiele regelmäßig am Fernsehgerät. "Die Erwartungen waren einfach zu groß. In den letzten Jahren haben unsere Sportler immer weniger Medaillen gewonnen, das ist schon schade."

Verglichen mit den Ergebnissen der letzten beiden Spiele stehen die Deutschen nicht wesentlich schlechter da. Von einigen Sportarten waren die Zuschauer bisher zwar besseres gewöhnt, es gab aber auch einige echte Überraschungen. Etwa der schon bejubelte Sieg der Beachvolleyballer. Obwohl das deutsche Schwimmteam nicht an die Leistungen früherer Jahre angeknüpft habe, ist Anna Hermann zuversichtlich. "Ich schaue gerne Schwimmen. Das war dieses Jahr leider keine so gute Disziplin, aber bei den nächsten Olympischen Spielen kann wieder alles ganz anders aussehen." Die 56-Jährige zweifelt jedenfalls nicht am Potenzial der deutschen Sportler.

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