Ulm / cik  Uhr
Der Streit bei Ulms Linken bricht offen aus: Stadtrat Peiker wirft seiner Kollegin Doris Schiele Unverschämtheit vor.

Linken-Stadtrat Uwe Peiker ist im Streit aus der Partei ausgetreten und erhebt Vorwürfe gegen seine Parteikollegin Doris Schiele. Ihre Aussagen in der Nominierungsversammlung für die Kommunalwahlliste der Linken nennt er als Auslöser für seinen Schritt. Er hat schon vor Monaten angekündigt, nicht erneut für den Gemeinderat zu kandidieren.

Schiele habe ihn öffentlich diskreditiert, schreibt Peiker. Schiele war 2014 für die Linken in den Gemeinderat gewählt worden, trat dann aber der Grünen-Fraktion bei. In der Nominierungsversammlung vor zwei Wochen hatte Schiele diesen Schritt damit begründet, dass sie sich als Neuling im Rat vom erfahreneren Peiker im Stich gelassen gefühlt habe. Er habe ohnehin sein Mandat nur mit geringem Engagement wahrgenommen.

„Unglaubwürdig und schlechter Stil - eine Unverschämtheit“

Diese Aussage wollte Doris Schiele später relativiert wissen: Sie sei verkürzt und damit falsch wiedergegeben worden. Peiker hält das für eine Schutzbehauptung. Schiele sei wegen ihrer „Flucht zu den Grünen“ in Erklärungsnotstand gegenüber ihrer Partei, auf deren Liste sie einen vorderen Platz wollte. „Mich dafür verantwortlich zu machen und mein öffentliches Ansehen zu diskreditieren, ist nicht nur unglaubwürdig und schlechter Stil, sondern eine Unverschämtheit“, so Peiker. Eine weitere Mitarbeit sei so für ihn nicht zumutbar.

Damit endet ein schon lange schwelender Streit innerhalb der Ulmer Linken im offenen Bruch. Auch das Verhältnis zwischen Peiker und der jetzigen Kreisvorsitzenden und Spitzenkandidatin Eva-Maria Glathe-Braun ist seit Jahren zerrüttet. Sie hatte bei der Gemeinderatswahl 2014 als Linke nicht auf der Parteiliste, sondern für „Ulm hoch 3“ kandidiert. Dass Glathe-Braun dennoch zur Kreisvorsitzenden der Linken gewählt wurde, sei für ihn „schwer zu verkraften“ gewesen, sagt Peiker.

Keine Zeit für Unterstützung

Was Doris Schiele angeht, ist er sich keiner Schuld bewusst. Als selbstständigem Handwerker „mit mehr als Fulltimejob und der Mitarbeit in Hauptausschuss, Bauausschuss, Betriebsausschuss Entsorgung, UWS-Aufsichtsrat, Stadtentwicklungsverband, Nachbarschaftsverband und Zweckverband Sparkasse“ sei ihm keine Zeit geblieben, sie  inhaltlich zu unterstützen. Darum hätte sich „die nicht mehr erwerbstätige Frau Schiele mit Ganztagesfreizeit“ selbst kümmern müssen.

An seiner politischen Grundüberzeugung habe sich nichts geändert. Bis zum Ende der Amtszeit will Peiker parteiloser Stadtrat bleiben.

Das könnte dich auch interessieren:

Der Jahreswechsel ist in Ulm größtenteils friedlich verlaufen, die Polizei meldet nur wenige Straftaten.