Auktion Ulmer Stadtrat bietet bei Einsteins Geige mit

Sammelt Erinnerungen an den in Ulm geborenen Physiker: Stadtrat Hans-Walter Roth mit wertvollen Erstdrucken von Albert Einstein.
Sammelt Erinnerungen an den in Ulm geborenen Physiker: Stadtrat Hans-Walter Roth mit wertvollen Erstdrucken von Albert Einstein. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Harald John 13.03.2018
Der Wiblinger Sammler Hans-Walter Roth bietet bei einer Versteigerung in New York bis 250 000 Euro mit.

Wenn bei Hans-Walter Roth nachts in Wiblingen das Telefon klingelt, geht es um einen Notfall. Entweder um einen medizinischen, dann ist der Augenarzt Roth gefragt. Oder um einen, der Albert Einstein betrifft – dann ist der leidenschaftliche Sammler Roth alarmiert. Letzteres war am späten Donnerstagabend der Fall.

Roth bekam den heißen Tipp, dass bei einer Auktion bei Bonham in New York eine Geige aus dem Nachlass Einsteins (1879-1955) versteigert werden soll. Das Instrument aus Fichte und Ahorn wurde 1933 in Pennsylvania vom Geigenbauer Oscar H. Steger gefertigt, auf der Innseite ist die Widmung „Für den größten Wissenschafts-Professor der Welt“ angebracht.

„Da ich bei vielen Auktionshäusern bekannt und registriert bin, werde ich oft wegen solcher Dinge angerufen“, berichtet CDU-Stadtrat Roth. In diesem Fall erhielt er sogar doppelte Unterstützung: Die Stadt bot ihm an, auf einen für derartige Ankäufe vorgesehenen Fonds zurückgreifen zu können. Noch mehr aber freute sich Roth über die private Unterstützung von Sabine Gum.

Die bei Ehingen lebende Vizepräsidentin des Soropimist-Clubs hatte über ihren Mann, dem Uzin-Utz-Mehrheitsaktionär Werner Utz, ebenfalls gehört, dass eine der ganz wenigen Geigen Einsteins versteigert werden soll. „Ich habe überlegt, wer etwas dazugeben kann“, so Gum, „und habe mich gefreut, dass jeder den ich gefragt habe, was beisteuern wollte.“

Auf diese Weise war Roth mit rund 250 000 Euro ausgestattet. „Das war meine Grenze, schließlich haben wir auch eine Verpflichtung gegenüber dem Steuerzahler und können nicht beliebig öffentliches Geld ausgeben.“ Und deshalb musste er schließlich auch bei einem Gebot von einer Viertelmillion aufgeben.

„Ich hatte Informationen, dass meine Mitbieter bis zu einer Höhe von einer Million Dollar gehen würden.“ Und da habe er eben seine Bemühungen gestoppt, „ich wollte nicht überziehen im Eifer des Gefechts.“

Auch wenn die Violine nun für den stattlichen Betrag von mehr als 500 000 Euro nach Israel geht, zieht Roth ein positives Fazit der Versteigerungsbemühungen: „Es war wichtig, dass Ulm bei dieser Auktion Gesicht gezeigt hat.“

Es sei beeindruckend, dass Ulmer Bürger in knapp acht Stunden respektable Summen zusammbekommen würden. Das Geld soll nun in eine Art Fonds gehen, um Ankäufe für ein künftiges Albert-Einstein-Museum möglich zu machen.

Sammler Hans-Walter Roth hat bereits verfügt, dass seine Sammlung, zu der seltene Erstdrucke der Allgemeinen und Speziellen Relativitätstheorie sowie ein Erstdruck des Aufsatzes „Einstein und das Licht“ gehören, in eine künftige Ausstellung aufgenommen werden sollen. „Meine Sammlung spende ich, wenn das Band zur Eröffnung des neuen Museums durchgeschnitten wird“, sagt Roth, wohlwissend, dass es noch ein weiter Weg bis zu einem Einstein-Museum in Ulm sein kann (siehe Infobox).

Infoabend zum Einstein Discovery Center Ulm im Stadthaus

Abend für Einstein The next big thing – unter diesem Motto findet morgen Abend von 18 Uhr an im Stadthaus ein Diskussionsabend rund um Albert Einstein und ein mögliches Entdeckungszentrum rund um den in Ulm geborenen weltbekannten Physiker statt. Auf dem Podium diskutieren Medizin-Nobelpreisträger Bert Sakmann, Architektin und Professorin Christine Kappei, der Ulmer Uni-Vizepräsident Joachim Ankerhold und Kulturbürgermeisterin Iris Mann. Den Begrüßungsvortrag „Albert Einstein: The Scientist and Humanist“ hält der Physiker und ehemalige Präsident der Universität Jerusalem, Prof. Hanoch Gutfreund. Bei der anschließenden Diskussion soll es um Fragen nach der Rolle Einsteins in Ulm und der Funktion eines geplanten Einstein Discovery Centers gehen.

Verein der Freunde Im September 2016 gründete sich der Verein der Freunde eines Albert-Einstein-Museums in Ulm e.V. Erste Vorsitzende ist Dr. Nancy Hecker-Denschlag, Infos zu den Zwecken und Zielen des Vereins unter www.aemuseum-ulm.de jon

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