Spiel Ulmer Spiele-Firma Scorpius Forge entwickelt "Be Red Cloud"

Vielen haben sich als Kind schon gerne als Indianer verkleidet, nun ist dies auch im Internet möglich: Bei "Be Red Cloud", einem Computerspiel einer Ulmer Firma, treffen die Stämme aufeinander.
Vielen haben sich als Kind schon gerne als Indianer verkleidet, nun ist dies auch im Internet möglich: Bei "Be Red Cloud", einem Computerspiel einer Ulmer Firma, treffen die Stämme aufeinander. © Foto: Scorpius Forge
Ulm / FRANK KÖNIG 23.03.2015
Wenn Indianer in der Prärie digital gegeneinander antreten, geht dies auf eine Idee der Spiele-Firma Scorpius Forge zurück. "Be Red Cloud" hat es auf die großen Download-Plattformen im Internet geschafft.

Das junge Ulmer Unternehmen Scorpius Forge hat ein Computerspiel mit Prärie-Indianern entwickelt, das nun auf eine neue Ebene gehoben wurde: als so genanntes Multiplayer-Game, das man nicht mehr nur alleine spielen kann, sondern in dem mehrere von den Spielern digital erschaffene Indianer-Figuren gegeneinander antreten.

Es ist nach dem Sioux-Häuptling Red Cloud (1822 bis 1909) benannt: "Be Red Cloud". Das Spiel wurde in wichtigen Download-Portalen wie iTunes von Apple und dem Google-Playstore im Februar vollends freigeschaltet. Inzwischen haben nach den Worten von Scorpius-Forge-Mitgründer und Geschäftsführer Roman Hoffmann weltweit 5000 Indianer-Fans die kostenlose mobile Anwendung (App) heruntergeladen.

Sie können ihre Figur, auch Avatar genannt, mit je mehr als 100 Kleidungsstücken und Waffen wie Pfeil und Bogen oder Tomahawk ausstatten und sich durch das Erlangen von Federn für den Kopfschmuck gegenüber anderen abheben.

Durch das Absolvieren von Missionen wie Bisonspuren lesen können die Spieler mehr als ein Dutzend Spielebenen durchlaufen und sich - das ist die Neuheit gegenüber der Vorgängerversion "Indian Hunter"- mit anderen Spielern messen. Das nächste Update enthält nach Hoffmanns Worten auch Dörfer mit Stämmen, die gegeneinander Krieg führen können. Derzeit gibt es drei Stämme: Lakota-Sioux, Comanchen und Pawnee. Die Spieler können auch Häuptlingsidentitäten annehmen: neben Red Cloud noch Sitting Bull, Geronimo, Sharitahrish, Crazy Horse und Quanah Parker.

Besonders stolz ist Hoffmann darauf, dass das Team von Scorpius Forge in acht Monaten Entwicklungszeit nicht nur neue dreidimensionale Präriewelten, sondern auch wechselndes Wetter programmiert hat. Es gibt im Spiel außerdem mehr als 30 Tiere bis hin zu Stachelschweinen, die über eine künstliche Intelligenz verfügen und voreinander flüchten, wie Schafe vor Wölfen.

Man kann bei "Be Red Cloud" allein durch Spielpraxis weiterkommen, jedoch auch durch den Kauf von virtuellen Biberfellen als Spielwährung. Die Pakete reichen von 4,99 bis 79,99 Euro. So entstehen für die bei Wilken angesiedelte Firma mit fünf festen und zwei freien Mitarbeitern die nötigen Einnahmen.

Ein Drittel der Spieler stammt zunächst aus dem englischsprachigen Raum, ein Viertel aus Deutschland. Dahinter rangieren Russland, Spanien, Portugal, Frankreich. Es gibt einige wenige Teilnehmer aus Thailand und China. Auch der chinesische Markt soll aber mit neuen Sprach-Updates besser erschlossen werden. Es gibt zudem Japanisch.

Scorpius Forge konnte sich zuletzt dadurch absichern, dass namhafte Investoren wie der Abt-Chef und Inhaber eines Spieleverlags Hermann Hutter eingestiegen sind. Denn ein zweites Standbein neben Spiele-Apps sollen Firmenanwendungen oder Business-Apps werden. So geht es mit Hutter um den Aufbau eines Quiz-Portals mit kleinen Spiele-Programmen. Fürs Oktoberfest 2015 ist eine Bier-App geplant. In den Games könnte man beispielsweise Schaum vom Bierglas pusten. Updates könnten sich mit Wissensfragen zu belgischen oder australischen Bieren befassen oder in Richtung Wein und Kochen gehen - Lifestyle-Themen, die bei Abt eine wichtige Rolle spielen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel