Ulm Ulmer SPD gedenkt ihrer Anfänge

Ulm / ATE 19.01.2015
Es ist ein ungewöhnliches Grab: Ausgewaschen und löchrig ist der Stein am Grab von Robert Dick (1851-1928) auf dem Ulmer Hauptfriedhof. Er ist der erste Vorsitzende des Sozialdemokratischen Vereins Ulm/Neu-Ulm, der am 19. Januar 1890 nur von Männer gegründet wurde.

Das ist zwar heute auf den Tag genau 125 Jahren her, die Sozialdemokraten trafen sich jedoch schon gestern Vormittag auf dem Friedhof, "um dem Gründer der Ulmer SPD zu gedenken", wie es der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir formulierte. Zur Kranzniederlegung - rote Nelken auf Grün, auf der Schleife stehen die Worte "dankbar und stolz" - waren 26 Sozialdemokraten gekommen: so die Ulmer Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Stadträte wie Dorothee Kühne, Dagmar Engels, Martin Ansbacher und langjährige Mitglieder wie Fritz Glauninger. Der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, ebenfalls SPD-Mitglied, erinnerte an Dicks Grab daran, wie eingeschränkt die Meinungsfreiheit zu Zeiten Dicks war. "Wir verneigen uns mit großem Respekt vor diesen Menschen, die ungebrochen an ihren Ideen festgehalten haben." Sie handelten aus dem Gefühl heraus, "wir kämpfen selber für die Verbesserung unseres Lebens". Für Gönner steht fest: "Die SPD ist die älteste demokratische Partei in Deutschland und auch in Ulm - das verpflichtet uns."

Den löchrigen Grabstein erkannte übrigens Glauninger als "typischen Kalkstein von der Alb".

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