Als Hans de Gilde im Jahre 2002 in Osnabrück mit den Ulmer Spatzen zum ersten Mal einen 1. Preis beim Deutschen Chorwettbewerb gewann, waren die meisten seiner jungen Akteure, die jetzt einen Riesenerfolg feiern, noch nicht einmal geboren. Das sagt viel aus über die großartige Arbeit, die der musikalische Leiter der Spatzen seit bald 20 Jahren leistet: Immer wieder neu gelingt es ihm, den Kinder- und Jugendchor auf hohem Niveau zu formen, nachwachsende Sängerinnen und Sänger kontinuierlich zu integrieren. Und zwar ohne elitäres Gehabe, vielmehr umarmend sympathisch: Breite und Spitze vereinigend. Der Holländer ist ein Glücksfall für das musikalische Leben in Ulm.

Am Deutschen Chorwettbewerb nimmt nicht jeder teil: Das Pflichtstück, Nystedts „Sternseherin“, war wieder technisch derart anspruchsvoll, dass viele Chöre davor zurückschreckten. Es gibt aber auch renommierte Chöre, die kneifen, weil sie sich nicht der Konkurrenz und einer Jury stellen wollen. Die Spatzen sind stets mutig dabei, sie sind eine hoch respektierte Größe im deutschen Chorgesang. Auch jetzt in Freiburg, als sie im Forum Merzhausen ihr Wettbewerbsprogramm sangen: Es war allein schon beeindruckend, wie der Jugendchor der Spatzen so fröhlich wie selbstbewusst die Bühne betrat.

Töne in Moll klingen im Jubel mit: Der Titelverteidiger muss laut Regularien in vier Jahren beim nächsten Deutschen Chorwettbewerb aussetzen, so war es für den 61-jährigen Hans de Gilde wohl leider das letzte Bundesfinale mit dem Jugendchor. Eigentlich unvorstellbar.