„Gott sei Dank ist die Situation glimpflich ausgegangen“, sagt Ernst-Wilhelm Gohl immer wieder. Der Dekan des Ulmer Münsters spricht von „großem Glück im Unglück“. Bei Sicherungsarbeiten im Kirchturm hat sich am Montag ein Vorfall ereignet, der Menschenleben hätte kosten können: Gegen Mittag löste sich in 70 Metern Höhe eine Schraubzwinge, die an einem Guckloch angebracht war. Sie fiel in die Tiefe. Das Werkzeug traf dabei eine Kreuzblume an der Fassade des Münsters, woraufhin ein Teil eines Steinknaufs abbrach. Sowohl das 600 Gramm schwere Stück als auch die Schraubzwinge schlugen vor dem Hauptportal auf dem Münsterplatz auf. Verletzt wurde niemand.

Münster in Ulm: Stahlrahmen sollten montiert werden

Wie Gohl berichtet, haben die Angestellten der Münsterbauhütte die Arbeiten im Turm nach diesem Ereignis vorerst eingestellt. Sie waren beauftragt worden, neue Stahlrahmen an den Gucklöchern anzubringen. Dadurch soll verhindert werden, dass Besucher die Sicherheitsgitter verbiegen können. „Die Technik mit den Schraubzwingen wurde in der Vergangenheit mehrmals angewandt. Sicherheit ist dabei die oberste Maxime“, beteuert Gohl. Er vermutet, dass bei den Arbeiten eine Rundung an einem Guckloch übersehen wurde und die Schraubzwinge deshalb locker saß und in die Tiefe fiel. Der am Münster entstandene Schaden sei gering.

Team der Münsterbauhütte verzichtet nun auf Schraubenzwingen

„Nach dem Vorfall sind Konsequenzen unerlässlich“, sagt Gohl. Das Team der Münsterbauhütte werde im Turm künftig auf den Einsatz von Schraubzwingen verzichten. „Derzeit suchen wir nach einer Lösung, wie die notwendigen Sicherungsarbeiten mit einem anderen Verfahren erledigt werden können, so Gohl.