Ulm / OTFRIED KÄPPELER  Uhr
Die Künstlergilde ist umgezogen - in die Donaustraße 5. Dort zeigt sie jetzt die erste Mitgliederausstellung - in kleineren Räumen als bisher. Trotzdem ist die Gilde zufrieden mit dem neuen Domizil.

Die erste Ausstellung in den neuen Räumen der Künstlergilde ist deren Mitgliedern vorbehalten. Die Jahresausstellung 2014 wird in dem neuen Raum in der Donaustraße 5 präsentiert. Angesichts der Schwierigkeiten, geeignete neue Räume zu finden, ist man in der Gilde zufrieden mit der Donaustraße 5.

Das großzügigere Domizil in der Nagelstraße musste Ende Oktober geräumt sein, Mitte Oktober konnte hatte man erst die neuen Räume übernehmen können. "Das war Stress pur", sagt Gildemeister Raimund Schneider zu der ganzen Aktion. Zudem müsse sich die Gilde nun, so Schneider weiter, auf gestiegene monetäre Verpflichtungen einstellen, auch wenn ihr die Stadt großzügige Konditionen eingeräumt habe. Steigende Mitgliederbeiträge sind angedacht, wie auch die Nutzung der Räume für andere Veranstaltungen, um die Mehrkosten zu decken.

Hatte man in der Nagelstraße 480 Quadratmeter zur Verfügung, sind es in der Donaustraße nur noch 240, wobei der eigentliche Ausstellungsraum im Erdgeschoss 140 Quadratmeter hat. Im Keller sind es nochmals 100 Quadratmeter für Arbeitsräume, Druckpressen und anderes. Da die für die Kurse nicht ausreichen, wurde in Neu-Ulm noch eine Halle angemietet, in der die großen Pressen stehen und die Bildhauer tätig sind. Vier Atelierräume hat die Künstlergilde außerdem von der Halle abgeteilt - zur Weitervermietung.

Obwohl der Umzug sehr anstrengend war und nicht alles optimal erscheint, schaut Raimund Schneider zuversichtlich in die Zukunft. "Wir müssen mit den neuen Gegebenheiten erst Erfahrung sammeln und vor allem, was das Geld angeht, der Realität ins Auge schauen." Dafür residiere man jetzt in der "Kunstecke von Ulm", meint Schneider, in der Nachbarschaft des Museums, des Stadthauses, der Kunsthalle Weishaupt und des Künstlerhauses.

Die Jahresausstellung 2014 für die Mitglieder der Gilde musste also bereits mit den neuen, beengten Verhältnissen zurechtkommen. Stellwände sind forthin wohl unabdingbar, wie auch sehr große Formate kaum mehr zu hängen sind. Auch gab es für die Gildepreisträgerinnen Ines Mösle und Renate Reiner dieses Jahr kein Preisgeld. Das hat man sich angesichts des Umzugs dieses Jahr nicht leisten können. Renate Reiner aus Ulm hat mit Tusche und Asche einfache, abstrakte Formen auf Büttenpapier gesetzt, die gerade in der Reduktion und Klarheit sehr konzentriert eine schöne Mischung aus Konzentration und Leichtigkeit erzeugen. Das Thema der Bronzeobjekte "Entfaltung" und "Schichtung" von Ines Mösle wirkt dagegen etwas formalistisch. Für "Schichtung" hat sie Bronzeblöcke, vergleichbar mit Legobausteinen, gegossen und damit ein Eck hochgezogen. Ein Eckstein ist poliert, sticht also hervor. Die in Augsburg lebende Ines Mösle hat das Objekt angeregt von einem der bekanntesten Songs der Rockgruppe Pink Floyd gestaltet: "Another Brick In The Wall". Wie die britische Band will sie mit ihrem Objekt für mehr Individualismus und Eigenwilligkeit und weniger Konformität plädieren.

Wer die Werke der beiden Preisträgerinnen und die der Gildemitglieder sehen möchte, muss also in die Donaustraße 5, und er muss sich vor allem sputen. Denn neu ist auch, dass die Mitglieder-Ausstellung nur zwei Wochen läuft. Dafür ist sie jetzt häufiger geöffnet. Man hat also komprimiert, damit man den Raum besser für den Malunterricht nutzen kann.

Neu ist auch, dass Interessierte die zwei Schaufensterboxen zur Straße hin mieten können, um darin eigene Werke auszustellen.

Info
Die Mitgliederausstellung der Künstlergilde ist bis 16. März in der Donaustraße 5 zu sehen: Do/Fr 14-18, Sa/So 11-16 Uhr.