Fast hätte es schon geklappt. Bis vor wenigen Tagen verhandelte der Ulmer Großgastronom Ebbo Riedmüller mit drei, wie er sagt „sehr symphatischen und serösen“ Personen, die sein Donau-Restaurant pachten wollten. Die Interessenten seien nicht aus der Branche gewesen. „Aber sie sind mit großer Begeisterung an die Sache rangegangen“, sagt Riedmüller. Dann wurde er von der Absage überrascht. Es sei zu schwer, geeignetes Personal zu bekommen, hätten die Gesprächspartner ihren Rückzieher begründet.

Gut zwei Monate, nachdem der bisherige Pächter Marcus Bühler den Betrieb wegen finanzieller Probleme einstellen musste, ist die Zukunft des Bootshauses an der Ulmer Gänslände damit wieder völlig offen. „Jetzt habe ich  halt acht Wochen verloren“, kommentiert Riedmüller den aktuellen Stand. Aber er wisse ja auch, dass der Standort „mit dem richtigen Konzept laufen kann.“ Und ergänzt: „Es ist halt kein Laden, in dem man nur Schweinsbraten machen kann.“ Kreativität sei schon gefragt.

Reines Veranstaltungskonzept ist nicht möglich

Sicher ist derweil, dass es auf der Donau nur mit einem Betriebskonzept für die Öffentlichkeit weiter gehen kann. „Ein reines Veranstaltungskonzept kommt nicht in Frage, das regelt der Vertrag“, erklärt der Bootshaus-Besitzer. Eine Tatsache, die Riedmüller zwischenzeitlich aus den Augen verloren hatte, wie er zugibt. Nach dem Abgang von Marcus Bühler hatte Riedmüller erwogen, aus dem Bootshaus eine Veranstaltungs-Location für Tagungen und Hochzeiten zu machen. „Ich habe erst danach im Vertrag nachgelesen, dass das die Betriebsgenehmigung nicht hergibt.“

Entsprechend sucht der Besitzer jetzt einen neuen Pächter für sein Restaurant auf der Donau.  „Ende letzter Woche haben wir den Betrieb überregional auf den bekannten Gastro-Plattformen ausgeschrieben“, erklärt Riedmüller. Und: „Ich bleibe ganz cool und bin mir sicher, dass ich bald jemanden finden werde.“ Die Zwischenzeit, bis jemand unterschreiben will, nutzt der Besitzer für Renovierungsarbeiten. „Wir lassen gerade eine neue Falt-Fensterfront einbauen.“

Gegen Pächter Marcus Bühler ist inzwischen das Insolvenz-Verfahren eröffnet. Ehemalige Mitarbeiter des Bootshauses haben damit nun Anspruch auf Insolvenzgeld. Hauptgläubiger des Verfahrens sind laut dem bestellten Verwalter Klaus Tappmeier Verpächter Riedmüller und die Banken, die Bühler Geld für den Betrieb geliehen hatten.

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Das Bootshaus in Zahlen


Daten: Der 2014 eröffnete Gastronomiebetrieb auf der Donau hat eine Gesamtfläche von nicht ganz 900 Quadratmetern und kommt auf ein Gewicht von etwa 480 Tonnen. Das Bootshaus ist an zwei Stahlpfählen am Flussufer befestigt. Der Bau hat laut Inhaber Ebbo Riedmüller etwa 3,2 Millionen Euro gekostet.

Pächter: Von der Eröffnung bis Sommer 2017 betrieb Inhaber Riedmüller das Bootshaus selbst. Im folgte Markus Bühler, der Anfang April den Betrieb einstellen musste.