Ulm Ulmer Forscherin: Bluthochdruck als Risikofaktor für Krebs

EB 08.05.2012
Bluthochdruck begünstigt offenbar die Entstehung von Hautkrebs. Das hat eine Forschergruppe um Prof. Gabriele Nagel herausgefunden.

Ein internationales Forscherteam um Gabriele Nagel, Professorin am Ulmer Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie, hat erhöhten Blutdruck als Risikofaktor für schwarzen Hautkrebs identifiziert. Außerdem fanden die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Störungen des Fettstoffwechsels und dem Plattenepithelkarzinom (weißer Hautkrebs).

Hauptursache für Hautkrebs bleibt zwar die Belastung mit UV-Strahlen. Aufgrund dieser Erkenntnisse über weitere Risikofaktoren könnten neue Ansätze für die Krebsforschung und -therapie entstehen. Der Aufsatz ist jetzt in der Fachzeitschrift "British Journal of Dermatology" erschienen.

Die aktuelle Untersuchung ist Teil der Langzeitstudie "Metabolic Syndrome and Cancer Project". Seit 2006 analysieren Forscher aus Schweden, Norwegen, Österreich und Deutschland bei mehr als einer halben Million Männern und Frauen Daten zu Blutdruck, Body Mass Index sowie verschiedene Stoffwechselwerte und suchen nach möglichen Zusammenhängen mit Krebserkrankungen. Als Ursache für den jetzt entdeckten Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und schwarzem Hautkrebs vermuten die Wissenschaftler gemeinsame körpereigene Mechanismen: Bei beiden Erkrankungen ist der programmierte Zelltod unterbunden, dafür wird eine erhöhte Zellteilung beobachtet. Die wohl wichtigste Gemeinsamkeit könnte die zunehmende Bildung eines bestimmten Proteins sein, das die Entstehung neuer Blutgefäße steuert. "Aufgrund der großen Verbreitung des Bluthochdrucks gilt es, den Zusammenhang mit der Entstehung von Hautkrebserkrankungen näher zu untersuchen", sagt Nagel.

Zudem hat die Studie gezeigt, dass erhöhte Triglyzerid-Werte, also eine Störung des Fettstoffwechsels, die Entstehung von weißem Hautkrebs, insbesondere des Plattenepithelkarzinoms, fördern. Die beobachteten Änderungen im Fettstoffwechsel könnten möglicherweise durch karzinogene Erreger wie dem Humanen Papilloma Virus (HPV) hervorgerufen werden. HPV wird bekanntlich mit Gebärmutterhalskrebs und teilweise weißem Hautkrebs assoziiert. Auch hier sind weitere Untersuchungen nötig. "Um die Entstehung von Hautkrebs zu verstehen, sollten wir alle Risikofaktoren und nicht nur UV-Strahlung in Betracht ziehen", sagt Nagel.