Die wegen des Sturms „Sabine“ herausgegebene Unwetterwarnung für große Teile Deutschlands gilt explizit auch für Ulm. Während die Front des Orkantiefs sich im Norden und Westen Deutschlands schon seit Sonntagnachmittag austobt, werden die Sturm-Spitzen im Raum Ulm allerdings erst für Montagmorgen prognostiziert, sagt Marco Puckert, Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Stuttgart.

Bis zu 110 Stundenkilometer

Man erwarte den Höhepunkt zwischen 6 und 9 Uhr am Montagvormittag und könne auch für die Münsterstadt Windböen von bis zu 110 Stundenkilometern nicht ausschließen. Auf Höhenlagen und vor allem im Fall zusätzlicher Gewitter könnten phasenweise sogar bis zu 120 Stundenkilometer erreicht werden, so Puckert. Dies entspreche Windstärke 12 und erfülle somit die Kriterien eines ausgewachsenen Orkans. Auf dem Oberen Kuhberg sollte man nicht spazieren. Mit Dauerregen ist nach den Worten des DWD-Mitarbeiters nicht zu rechnen. Es werde wohl eher auf schauerartige und von Gewittern begleitete Regengüsse hinauslaufen. Der starke Wind werde, wenn auch leicht abgeschwächt, bis weit in den Dienstag  anhalten.

Die Feuerwehr sieht sich für etwaige Auswirkungen des Wintersturms gut gerüstet. „Wir beobachten die Lage und können zeitnah mit zusätzlichen Einsatzkräften reagieren“, sagt Reiner Schlumberger, stellvertretender Feuerwehrkommandant in Ulm. Sein Rat an die Bürger: auf keinen Fall in den Wald gehen, auch Autofahrer, die durch Waldstücke führende Straßen fahren, sollten aufpassen. Zudem sei es ratsam,  nichts draußen stehen zu lassen: etwa Mülltonnen oder insbesondere Gelbe Säcke.

Keine Vorkehrungen am Münster

Dass Baukräne  umkippen, hält Schlumberger für so gut wie ausgeschlossen. „Alle Baustellen sind sturmsicher ausgelegt, die Baufirmen haben eine entsprechende Fürsorgepflicht.“

Am Münster, das mit seinen 163 Metern dem Wind besonders ausgesetzt sein wird, seien keine besonderen Vorkehrungen nötig, hieß es seitens der Münsterbauhütte. Die Baustellen seien alle winterfest gemacht. Alles andere könne man nicht festzurren.

Auch das baden-württembergische Kultusministerium reagiert auf den Sturm. In Ulm können Eltern am Montag entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. In Neu-Ulm fällt der Schulunterricht sogar komplett aus.