Ulm Ulmer Donaustadion wird saniert

Haupttribüne und auch das Flutlicht sind in die Jahre gekommen. Vor allem fehlt es im Donaustadion an Funktionsräumen, die Umkleiden sind veraltet. Sanieren oder abreißen ist jetzt die Frage.
Haupttribüne und auch das Flutlicht sind in die Jahre gekommen. Vor allem fehlt es im Donaustadion an Funktionsräumen, die Umkleiden sind veraltet. Sanieren oder abreißen ist jetzt die Frage. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / UTE GALLBRONNER 13.02.2015
Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften sollen 2018 in Ulm stattfinden. Darum will sich die Stadt zumindest bemühen. Zudem soll das Donaustadion saniert werden. Darin sind sich alle Fraktionen einig.
Ein wenig glänzende Augen haben die Gemeinderäte bekommen, als im Sitzungssaal nochmal ein Bericht der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2014 über die Leinwand flimmerte. Gerhard Semler hatte den Film in die Ausschuss-Sitzung mitgebracht. Ebenso hatte der für Sport zuständige Abteilungsleiter beeindruckendes Zahlenmaterial dabei: 111 Millionen Fernsehzuschauer haben auf Ulm geblickt. Da konnte man sogar darüber hinwegsehen, dass sie im ZDF den Münsterplatz ständig zum Marktplatz gemacht haben.

Mit seiner Begeisterung rannte Semler offene Türen ein, denn alle Fraktionen hatten bereits bekundet, dass sich die Stadt erneut um die Meisterschaften bewerben solle. Allerdings sind auch sieben andere Städte interessiert. Sie alle wünschen sich einen festen Turnus und eine Rahmenvereinbarung. In Zusammenarbeit mit dem Städtetag wird ein solcher Vertrag gerade vorbereitet, in dem festgelegt ist, wer welche Leistungen zu erbringen hat. Als Vorlage dient der Ulmer Vertrag. Wichtiges Element für die Kommunen: Sie dürfen die Meisterschaften auch selbst vermarkten.

„Wir hoffen, dass wir 2018 nochmal zum Zug kommen, bevor der Vertrag unterschrieben wird“, sagt Semler. Denn wenn der Turnus kommt, wird es mit alle drei oder vier Jahre wohl nicht mehr klappen.

Allerdings müssen die Ulmer auch schauen, dass sie attraktiv bleiben für den Deutschen Leichtathletik-Verband. Der Charme, das hohe Engagement, das die Helfer um Wolfgang Beck und Elle Freudenberger beim SSV Ulm 1846 an den Tag legen, „das ist schon ein Pfund“, sagt Semler. Aber wenn man auf Dauer mit den neuen Stadien samt ihrer vielen überdachten Sitzplätze und hochmoderner Funktionsräume konkurrieren will, muss etwas passieren im Donaustadion.

1952 gebaut, 1988 generalsaniert, dazwischen ein paar Nachrüstungen, die sein mussten – die Haupttribüne und die darin untergebrachten Umkleiden versprühen allenfalls noch den Charme der Fünfziger Jahre. Dazu die wilde Kiosk-Landschaft, das Zelt der Fußballer, in dem der Bretterboden durchgebrochen ist. Auch wenn der Ulmer sein Donaustadion liebt und es das einzig verbliebene große Leichtathletik-Stadion im Süden ist: Es muss etwas gemacht werden. Zumal sich Strom- und Tonausfälle wie 2014 mitten im Wettkampf gar nicht gut machen im Fernsehen. Aber auch Schüler und Breitensportler brauchen die Funktionsräume.

Drei Varianten hat die Verwaltung vorbereitet und den Kostenrahmen hochgerechnet.

Vorschlag 1: Grundsanierung und Instandsetzung der Haupttribüne mit Funktionsräumen (1,54 Millionen Euro).

Vorschlag 2: Die Haupttribüne wird saniert, dazu kommen links und rechts zwei überdachte Sitzplatztribünen (je 1500 Plätze) samt Nebenräumen, die veraltete Flutlichtanlage wird ersetzt und der Eingangsbereich samt Kassenhaus erneuert (13,18 Millionen Euro).

Vorschlag 3: Die Haupttribüne sowie die Stehplatzblöcke I und D1 werden abgerissen und eine neue große Tribüne mit 5000 Sitzplätzen und Funktionsräumen gebaut. Kassenbereich und Flutlichtanlage werden erneuert (16,13 Millionen).

Der Ausschuss hat die Verwaltung beauftragt, die Vorschläge konkret auszuarbeiten und belastbare Zahlen zu liefern. Reinhold Eichhorn (FWG) merkte noch an, dass die Stadt beim Land vorstellig werden solle. Schließlich gebe es fürs Freiburger Stadion auch Geld. Das, so Semler, sei bereits geschehen. Die Antwort steht noch aus.
 

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