Liquid Ulmer bedauern die Schließung des Liquid

Ulm / DOROTHEA NITZSCHE 16.09.2016
"Wieder ein Original weg." Auf Facebook und auf swp.de bedauern die Ulmer die Schließung des Liquid. Alle scheinen sich einig: Ein Stück Stadtleben verschwindet.

„Was machen nun wir und die vielen anderen Stammgäste?“ Mit einem großen weinenden Emoji bekundet Ulrike Gläser auf der Facebook-Seite der SÜDWEST PRESSE, wie traurig sie ist, dass das Liquid schließt. „So schade! War immer nett, dort zu sitzen.“

Am 24. August verbreitete sich die Nachricht in Ulm: Ein Café wird es an dieser Stelle des Münsterplatzes nicht mehr geben. Stattdessen werden Vorwerk-Staubsauger die künftige Attraktion. Eine Idee, die ganz und gar nicht ankommt. „Damit macht sich Vorwerk keine Freunde in Ulm“, schreibt Torsten Clauß auf Facebook. „An diese Ecke der Stadt gehören keine Staubsauger, sondern ein Café!“, fordert Doris Oberdorfer. „Staubsauger-Schauraum, haha, da staubt schon das Wort. Wir müssen dem Herrn Fischer die letzten Jahre ganz schön auf den Keks gegangen sein, dass er sich so an uns rächt“, scherzt Heike Gruber.

Reaktionen auf Facebook: Neben Bedauern mischt sich auch Wut unter die Reaktionen der Facebook-Nutzer. So schimpft Martina Barthelmess: „Das man das zulässt, kann ich nicht glauben!!! Da wird doch gepokert um die Miete.“ Marathon Runner findet es „vor allem ärgerlich“, dass es dort kein Café mehr geben soll. Vermutungen werden laut, es gehe mal wieder nur ums Geld. „Das man angeblich keinen Nachfolger gefunden hat, glaube ich nicht. Der Laden ist doch eine Goldgrube... da geht’s nur um Kohle, sprich Pacht“, schreibt Tom Mi und fügt hinzu: „Schade für Ulm...wieder ein Original weg.“

Die Meisten unserer Leser sind sich einig: „Das Liquid hat viel zum Stadtleben beigetragen. Als Schauort eignet sich das nicht.“ Dieser Aussage stimmten bei einer Umfrage auf swp.de 61 Prozent von 704 Teilnehmern zu. Gerade einmal 11 Prozent finden die Idee gut, den Ort als Schauraum zu nutzen.

Am Samstag öffnet das Liquid nun zum letzten Mal, einen Tag vor dem 60. Geburtstag des Café-Betreibers Uli Fischer. So traurig die Ulmer sind, sie blicken auch nach vorn. Zumindest Thomas Hiller lässt sich seine Stimmung nicht vermiesen und nimmt die Zukunft des Cafés mit Humor. Oder ist es eher Galgenhumor? „Immerhin... es hätte auch ein Matratzenladen sein können.“

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