Auch auf dem neuen Bahnhofplatz, der Ende 2018 fertiggestellt sein soll, wird mit einem ständigen Ankommen, Umsteigen, Abreisen, mächtig Betrieb sein. Deswegen ist es aller Ehren wert, sich über die richtige Gestaltung zu streiten. Das haben die Stadträte gestern auch getan. Bringt aber in den entscheidenden Fragen wohl nicht mehr viel.

Denn der Realisierungswettbewerb ist fachlich entschieden (wir berichteten, die Entwürfe sind noch im Rathausfoyer zu sehen). Baubürgermeister Alexander Wetzig sagte dazu im Bauausschuss: „Sie haben keine Möglichkeit mehr, unter den Preisträgern auszuwählen.“ Die Jury setzte im April das Gespann Axel Hummert (Dortmund) und Hullak Rannow (Ulm) auf Platz eins. In der kommenden Woche folgt das Verhandlungsverfahren mit den gesetzten Büros, in denen diese noch mit ihrer Kompetenz, Leistungsfähigkeit und ihren Honorarangeboten punkten müssen. Alles läuft am Ende aber auf den Sieger aus Runde eins hinaus. Dann entscheiden die Stadträte endgültig über die Vergabe. Und dann geht es noch mal in eine Runde Bürgerbeteiligung.

Trotz einstimmigen Beschlusses vom April hatten SPD-Stadtrat Hartmut Pflüger zwischenzeitlich Zweifel beschlichen, ob nicht das drittplatzierte Büro die bessere Lösung gefunden haben könnte. Ihm fehlt nach einiger Überlegung die Aufenthaltsqualität im Siegerentwurf.

Grundsätzlicher Natur bleibt die Kritik der Grünen. Annette Weinreich bemängelt nach wie vor, dass der ganzen Bahnhofsplanung kein Gesamtkonzept zugrundeliege und dass die Tiefgarage unter dem Platz, die jetzt dessen Gestaltung einenge, gar nicht erst im vorgeschalteten Bürgerdialog zur Sprache gekommen, sondern einfach im Gemeinderat beschlossen worden sei.

Ein Grundkonflikt in der ganzen Angelegenheit, wie die Bemerkung Gerhard Bühlers (FWG) zeigte: „Wir sind hier doch die Bürgerschaft!“ Herbert Dörfler setzte nach und attestierte den Grünen „kleinkariertes“ Denken, weil sie vor dem Bahnhof anders als die Mehrheit zwei Autofahrspuren weniger haben wollen und den ÖPNV bevorzugen. Beim Entree in die Stadt, so der CDU-Mann, gehe es doch schließlich um ein Einzugsgebiet „von Augsburg bis Sigmaringen“ und nicht etwa vom Eselsberg bis Söflingen. Nachhutgefechte in Vorwahlzeiten.

Wenn die Vergabe der Planung entschieden ist, kommen aber doch die Bürger noch mal ins Spiel, um Änderungen am Siegerentwurf anzuregen. Das wird nach der Sommerpause sein. Klar aber müsse dabei sein, betonte Wetzig, dass die Leute keinen Einfluss mehr auf die Grundsatzentscheidung haben.