Ulm/Neu-Ulm vor 40 Jahren

Mal wieder Elefantenparade durch die Stadt: Die Tiere vom Zirkus Althoff zogen von Neu-Ulm über die Donau in die Friedrichsau hinunter. Foto: Simon Resch
Mal wieder Elefantenparade durch die Stadt: Die Tiere vom Zirkus Althoff zogen von Neu-Ulm über die Donau in die Friedrichsau hinunter. Foto: Simon Resch
JR 03.06.2013

In der Woche vom 4. bis 9. Juni 1973 hat die SÜDWEST PRESSE (SWP) unter anderem über folgende Ereignisse berichtet:

Wohnen auf dem Lande

Professoren, Assistenten und Dozenten, die an der Ulmer Universität arbeiteten, zogen das Landleben vor. Wie eine Umfrage der SWP ergab, hatten sie sich als verhinderte Städter auf dem Lande eingerichtet. Viele wollten eigentlich nach Ulm ziehen, fanden dort aber keine attraktiven Angebote. Jetzt war der Rückkehrwille nicht mehr groß. Fast die Hälfte wohnte außerhalb der Stadtgrenzen.

Wohnen am Tannenplatz

Als "Pannenplatz" war das Neubaugebiet Tannenplatz in Wiblingen unter Stadträten verschrieen, viele fanden die Wohnsiedlung zu stark verdichtet. Die ersten Blöcke waren nun seit zwei Jahren bezogen, die Bewohner selbst fanden es gar nicht so schlecht. Immerhin lagen Natur und Spazierwege vor der Haustüre und die gute Luft wurde geschätzt. Andererseits machte der Autoverkehr Ärger, es fehlte noch an Einkaufsmöglichkeiten und für junge Familien an Spiel- und Kindergartenplätzen.

Wohnen am Eselsberg

Während am Tannenplatz Neu-Wiblingen hochgezogen wurde, wurden bereits Pläne für den erweiterten Eselsberg gewälzt. Dort war im Zusammenhang mit dem Ausbau der Universität ein Stadtteil geplant, der zusammen mit dem alten Teil 30 000 Bewohnern Platz geben sollte.

Hoeneß schmeißt hin

Dieter Hoeneß hatte die Schnauze voll. Nach seinem Bruder Uli, der 1970 zu den Bayern gegangen war, verließ auch er den SSV Ulm 1846, in Richtung des VfR Aalen. Grund dafür war das unverschämte Ulmer Publikum, das den 20-jährigen Torjäger "bei jeder Gelegenheit" ausgepfiffen habe. "Sogar auf der Straße werde ich ständig angepöbelt. Ich halte das einfach nicht mehr aus." Die SWP hielt fest: "Ein schwerer Verlust für den SSV Ulm 1846." Vereinsvorsitzender Reinhard Meinung sagte: "Wenn er in absehbarer Zeit wieder zurückkommen will, ist er jederzeit willkommen." Doch dazu kam es nicht. Vielmehr ging es für den Mittelstürmer von Aalen dann später über den VfB Stuttgart zum FC Bayern München und als Manager zurück zum VfB und zur Hertha nach Berlin.

Anprobe im Stall

Im Universum-Center eröffnete das erste Ulmer Fachgeschäft für Reitsport. Turnierreiter Karl Heinz Thöne bot mit seinem "Reiter-Treff" sogar Beratung und Anprobe im Stall, schließlich geht es in dieser Branche um Maßanfertigung. Der Entwurf für den Laden ging auf das Ulmer Architekturbüro Nething zurück.

Das Ding mit der Scheibe

Ein neuer Trendsport aus den USA eroberte Ulm: Frisbee. Jetzt war Weltmeister Paul Wilson, 15-jähriger Oberschüler aus West Virginia, bei Sport Kraus zu Besuch, demonstrierte auf dem Münsterplatz sein Können und warb damit für den Freizeitsport mit der Plastikwurfscheibe. Im Juli wollte Sport Kraus dann Ulmer Stadtmeisterschaften im Frisbee ausrichten.

Elefantenparade

13 Dickhäuter vom Zirkus Althoff hatten die Ruhe weg und machten beim Marsch von der Neu-Ulmer Bahnrampe über die Gänstorbrücke in die Friedrichsau keinerlei Probleme. Korty Althoff und der 39 Jahre alte und fünf Tonnen schwere Leitbulle führten die Parade der Elefanten an, die sich disziplinierter zeigten als die rechts und links vorbeidrängelnden Autofahrer. Den Schluss des Zuges bildeten zwei vierjährige Elefanten-Kinder - und eine immer größer werdende Schar Neu-Ulmer und Ulmer Kinder.

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