Meinung Kommentar zum Thema Kornhausplatz: Ulm wird Kübelstadt

Lokalredakteurin Carolin Stüwe
Lokalredakteurin Carolin Stüwe © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Carolin Stüwe 02.07.2018
Carolin Stüwe stellt die Frage, ob man nicht überall in Ulm Pflanzkübel aufstellen sollte, weil für neue Bäume kein Platz mehr ist.

Vier Jahre lang haben alle den tristen neuen Kornhausplatz stumm in Kauf genommen: die Schüler und Lehrer der Friedrich-List-Schule, die Stadträte, die in der Schule bisweilen als Mitglieder des Schulbeirats ihre Sitzung abhalten, die Mitarbeiter und unzähligen Gäste der Volkshochschule sowie die vielen Passanten, die ihn queren.

Jetzt kommt endlich Bewegung in die Misere. Zwar verlieren sich selbst die sieben Pflanzkübel auf dem großen Innenhof, aber zumindest ist es ein Anfang hin zur Begrünung. Bäume können dort nicht gepflanzt werden, weil unmittelbar unter dem Belag des Platzes der Deckel der Kornhaus-Tiefgarage folgt. Grünanlagen sind nicht mehr gewünscht, denn diese werden gleich vermüllt. Bleiben also nur Kübel.

Wenn sich dafür noch Paten finden, die das Grün gießen und pflegen, wäre das eine ideale Lösung. Vielleicht sogar für die ganze Stadt? Denn bis jetzt beschränken sich die groß angekündigten Baumpflanz-Aktionen immer noch auf Wiederaufforstungsflächen in Mexiko. Angeblich finden sich in der City kaum noch Stellen, an denen die Baumwurzeln nicht auf Versorgungsleitungen stoßen.

Daher: Gespendete Bäume in die Vorgärten pflanzen, und im Stadtkern lauter betreute Kübel aufstellen –  mit blühenden Kräutern für Insekten.

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