Ulm Ulm will Wildtiere bald verbieten

Noch wirbt der Weihnachtszirkus mit Bildern wie diesem mit Motorrad und Tiger. Künftig sollen in Heilbronn wie in Ulm aber Auftritte von Wildtieren in Zirkusmanegen ausgeschlossen werden.
Noch wirbt der Weihnachtszirkus mit Bildern wie diesem mit Motorrad und Tiger. Künftig sollen in Heilbronn wie in Ulm aber Auftritte von Wildtieren in Zirkusmanegen ausgeschlossen werden. © Foto: Giovanni Lagorio/Weihnachtszirkus
Ulm / CAROLIN STÜWE 02.12.2015
Vom 19. Dezember bis 6. Januar gastiert der Weihnachtszirkus in der Au, im April dann Zirkus Krone. Ab 2017 dürfte Schluss sein mit Zirkussen, die Wildtiere dabei haben. Die Stadt arbeitet an neuen Verträgen.

"Wir haben Tiger und Löwen im Programm, weil die zum Zirkus dazugehören und weil das Ulmer Publikum das möchte." Das antwortet Matthias Bergstaedt, der Manager des Ulmer Weihnachtszirkus', auf die Frage, warum er immer noch Wildtiernummern einkauft, obwohl Tierfreunde sich dagegen wehren. In Ulm hatten kürzlich bisher unbekannte Tierschützer etwa die Hälfte der insgesamt 200 Plakate besprüht, die für den Weihnachtszirkus werben. Daraufhin hätten viele Zirkusfans angerufen und gemailt und Tickets bestellt nach dem Motto, dass sie nun erst recht zu den Vorstellungen kommen, erzählt Bergstaedt. Der Zirkus gastiert mit einem neuen zweistündigen Programm vom 19. Dezember bis 6. Januar auf dem Festplatz in der Friedrichsau.

Unter den insgesamt 16 Nummern ist Charlie-Chaplin-Clownerie, Bungee-Akrobatik, der Publikumsliebling Reck-Artistik sowie eine Raubtierdressur mit vier Löwen und zwei bengalischen Tigern, die laut Vorschau seit ihrer Geburt vom Dompteurenpaar Yvonne und Knut Muderack betreut werden.

Zirkus Krone kommt im April nach Ulm und wird ebenfalls Wildtiere dabei haben, weiß Jürgen Eilts, Geschäftsführer der Ulm Messe, die den Festplatz an die jeweiligen Nutzer vermietet. "Aber ab Frühjahr 2017 könnte sich vertraglich etwas ändern." Danach wird aller Voraussicht nach auch in Ulm für Zirkusse ein Wildtierverbot gelten. Der Aufsichtsrat der Ulm Messe, der aus dem Vorsitzenden OB Ivo Gönner und Bürgermeister Gunter Czisch sowie zehn Stadträten besteht, hat Eilts damit beauftragt, eine Liste von Wildtieren zu erstellen, die dann nicht mehr in Ulm in der Manege auftreten dürfen.

Wie überregional berichtet, hat jüngst der Gemeinderat Heilbronn beschlossen, dass künftig etwa Tiger, Löwen und Pinguine bei Zirkusgastspielen verboten sind. Andere Städte wie München und Stuttgart sind schon längst soweit. "Die Ordnungsbehörden tauschen sich ständig aus, wie man sattelfest werden kann, denn eine rechtliche Grundlage für ein Verbot gibt es in Deutschland noch nicht", sagt Eilts. Ulm brauche eine gut praktizierbare Lösung. Dazu meint Bergstaedt: "Bis der Weihnachtszirkus 2017 erneut kommt, ist das Wildtierverbot längst wieder aufgehoben."

Zeiten und Preise

Vorstellungen Premiere ist am Samstag, 19. Dezember, 19.30 Uhr. Am 23. Dezember ist ermäßigter Familientag. An Heilig Abend ist nur ein Tag der offenen Tür samt Proben von 13 bis 16 Uhr. Vorstellungen sind sonst um 15.30 und 19.30, aber am 6. Januar um 11 und 15 Uhr. Tierschauen sind täglich von 10 bis 14 Uhr. Preise: von 18 bis 35 Euro, Karten: an Vorverkaufsstellen, seit 1. Dezember an der Zirkuskasse.