Der Stadtentwicklungsverband Ulm/Neu-Ulm (SUN) hat einhellig der Aufstellung eines Bebauungsplans für die Ecke Söflinger-/Kässbohrerstraße in Ulm zugestimmt. Dadurch kann die städtische Baugesellschaft UWS Wohnungen auf den Grundstücken Söflinger Straße 120 und 124 neue Wohnungen – überwiegend Sozialwohnungen - bauen. Zugleich wird der Vergrößerung eines in der Kässbohrerstraße angesiedelten Bordells ein Riegel vorgeschoben.

Das Etablissement, in der Gemeinderatsdrucksache als „bordellartigen Betrieb mit sechs Zimmern“ apostrophiert, sollte um 16 Zimmer erweitert werden. Das sei nicht mit den Sanierungsbemühungen einer zwar gemischten Nutzungsstruktur, aber mit hohem Wohnanteil vereinbar, sagte der Ulmer Chefstadtplaner Volker Jescheck vor Ulmer Stadträten. „Wir sind ja nicht prüde. Aber hier muss die Stadt Flagge zeigen.“ Solche Betriebe gehörten in „Spezialbereiche“, etwa in die Blaubeurer Straße. Aber nicht dorthin, wo durch Wohnungsbauten Familien mit Kindern hinziehen werden. Wobei Jescheck auf die Prinzipien des Bestandsschutzes hinwies. Das kleine Bordell wird also bleiben.

In den bestehenden Gebäuden in der Söflinger Straße befinden sich derzeit in den Erdgeschossen neben dem Netto-Markt kleine Gewerbetriebe, die als nicht störend eingeschätzt werden. Darüber Wohnungen. Die UWS möchte im Zuge der Neubebauung den Anteil an Wohnungen deutlich erhöhen. Um zu guter Architektur zu kommen, wird die städtischen Wohnungsbaugesellschaft einen kleinen Architektenwettbewerb anleiern. Dies wird in Form einer sogenannten Mehrfachbeauftragung geschehen.