„Make it in Ulm – Mach es in Ulm“ lautet der Slogan mit dem die Stadt gemeinsam mit Neu-Ulm und den Landkreisen Neu-Ulm und Alb-Donau attraktiver für Gründer werden will. „Es gibt Leute mit guten Ideen, die aber nach Berlin gehen, anstatt hier ihre Projekte zu verfolgen, weil dort die Rahmenbedingungen besser sind“, sagt Ulrike Sautter, bei der Stadt Ulm zuständig für die Wirtschaftsförderung.

Gegen große Startup-Szenen wie Berlin oder die Schweiz zu punkten ist schwierig, darüber ist sich Sautter im Klaren. „Dort gibt es viel mehr Kapital für Gründer. Aber wir wollen erreichen, dass Gründen in der Region mehr sexy wird.“ Daher haben sich beide Städte, die Kammern, Hochschulen und Uni, regionale Banken und andere mit einigen Startups zusammengesetzt und überlegt, was die Region braucht, um attraktiv für Gründer zu werden. Neben fehlendem Risikokapital zähle dazu auch „eine frechere Art, die die jungen Leute anspricht“, erklärt Sautter.

Mit einem Pavillon in der Innenstadt, in dem Gründer ihre Projekte vorstellen können, soll mehr Aufmerksamkeit für die Startup-Szene geschaffen werden. Eine Anfrage an Ikea, einen Pavillon auf deren Parkplatz aufzustellen, sei leider abgelehnt worden.

Gemeinsame Online-Plattform

Ein weiterer Baustein des Konzepts ist der Ausbau einer gemeinsamen Online-Plattform. Dort sollen Gründer Gutscheine für Marketing- oder Steuerberatung, aber auch gebündelt alle wichtigen Informationen und Ansprechpartner finden. „Dazu müssen die Institutionen ihre drei Kernkompetenzen herausarbeiten“, sagt Sautter. Letztlich solle ja der Gründer profitieren.

Auf der Homepage sollen sich aber auch zum einen Startups in Kurzvideos vorstellen und dabei neben ihren Ideen auch Fakten wie etwa ihren Kapitalbedarf nennen. Zum anderen soll ein Mentoring aufgebaut werden: Unternehmen, die sich vorstellen können, Startups zu unterstützen, stellen einen Steckbrief mit ihren Kompetenzen online. „Die Gründer können sich dann diese ansehen und sich bei passenden Betrieben bewerben“, erklärt Sautter. Dabei müssten nicht beide aus der selben Branche kommen. „Das Mentoring läuft dann über ein halbes oder ganzes Jahr.“

Mit seinem Konzept überzeugte das Team rund um Sautter im vergangenen Jahr die Jury des baden-württembergischen Wettbewerbs Startup BW local. „Wir sind nun eine gründungsfreundliche Kommune.“ Für die Moderationsförderung gibt es 5000 Euro vom Land. Um große Schritte zu machen, brauche es aber mehr Kapital und Öffentlichkeit.