20 000 Bläser und bis zu 8000 zusätzliche Besucher an einem Wochenende in Ulm. Geht es nach der Vorstellung der Stadt und des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW) sollen im Frühsommer 2024 so viele Menschen zum Deutschen Evangelischen Posaunentag nach Ulm kommen. Seit 2008 wird alle acht Jahre die bundesweite Veranstaltung in einer Stadt ausgetragen. „Diesmal bewerben sich zum ersten Mal zwei Städte dafür“, berichtete Eberhard Fuhr, Landesreferent des Jugendwerks, im Rathaus. Neben Ulm will auch die Hansestadt Hamburg die dreitägige Veranstaltung ausrichten.

„Hamburg ist eine schöne Stadt, aber dort wird der Posaunentag eine Veranstaltung von vielen sein“, sagte Czisch mit Blick auf den Konkurrenten. In Ulm hingegen sei das Projekt aufgrund des alle zwei Jahre stattfindenden Landesposaunentags sehr emotional besetzt. „Wenn in Ulm Landesposaunentag ist, ist Ulm Landesposaunentag.“ Mit dieser Erfahrung – Ulm richtet seit 1946 mit nur einer Ausnahme das landesweite Bläsertreffen aus – will auch das EJW die Delegierten am 24. März überzeugen. Einen weiteren Vorteil sieht EJW-Landesreferent Albrecht Schuler in der Größe der Stadt. „Ulm ist im positiven Sinn übersichtlich.“ Beim Posaunentag 2016 in Dresden habe der Raum für die Begegnung der Musiker gefehlt. „Die Besucher haben sich dort zu sehr verlaufen.“ Das sei ein Manko gewesen.

Emotion und Begegnung

„Die Begegnungen sind wichtig, denn die Musiker kommen nicht nur zum Blasen in die Stadt.“ Sie wollten auch die Stadt und das Umland kennenlernen. Sollte Ulm den Zuschlag bekommen, wird voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni die ganze Stadt ein Wochenende lang auf zahlreichen Plätzen Posaunenchöre spielen hören.

„Es wird ein dezentraler Posaunentag werden“, mit Veranstaltungen im Münster, vor dem Münster, am Donauufer, auf dem Messegelände und in verschiedenen Kirchen in der Stadt. „Unser Ziel ist es, das Münster rund um die Uhr zu bespielen“, kündigte Schuler an. Der Höhepunkt des Wochenendes, der Gottesdienst, werde auf dem Volksfestplatz stattfinden – aus organisatorischen Gründen. „Wir haben sonst in Ulm nirgends Platz für 30 000 Besucher“, erklärte Schuler.

Auch Dekan Ernst-Wilhelm Gohl sprach sich für Ulm als Austragungsort aus und unterstrich die besondere Stimmung der Landesposaunentage. „Jeder, der die tausenden Bläser auf dem Münsterplatz hat spielen und dazu die Münsterglocken läuten hören, vergisst das nie wieder.“ 2024 könnte dann gleichzeitig auch der 50. Landesposaunentag in Ulm gefeiert werden.