Von unten, aus der Stadt betrachtet, kann man nicht viel von ihr sehen. Dabei ist die Ulmer Wilhelmsburg Deutschlands größte erhaltene Festungsanlage. Ihre Belebung und Sichtbarmachung ist dem Bundesinnenministerium und dessen Jury nochmals einen Zuschuss aus dem Topf „Nationale Projekte des Städtebaus“ wert. 

Stuttgart

Die knapp 4,8 Millionen Euro, die das Ministerium gestern bewilligte, sind keine Selbstverständlichkeit. Denn bereits im Jahr 2015 gab es für die Burg 4,3 Millionen aus dem Programm. Und Doppelförderungen dieser Art sind ziemlich selten.

Eine Vielfalt kleiner Vorhaben für die Wilhelmsburg

„Ich danke Ihnen, Frau Kemmer, für Ihren hohen persönlichen Einsatz“, sagte Ulms Baubürgermeister Tim von Winning beim Ortstermin mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer im Innenhof der Burg. Er freue sich wirklich über das Geld, weil das weiter dazu beitrage, die Stadt in die Wilhelmsburg zu holen. „Ohne den Zuschuss, da bin ich mir ziemlich sicher, hätten wir die Wilhelmsburg deutlich zurückstellen müssen“, sagte von Winning mit Blick auf die aktuelle Finanzplanung der Stadt.

Kulturprogramm und Gastronomie für die Burg

Mit dem Geld aus Berlin wird die Stadt nicht „das eine große Projekt“ umsetzen. Eine Vielfalt kleiner Vorhaben soll die Burg voranbringen. So ist beispielsweise geplant, die Burg mit einem Lichtkonzept sichtbarer zu machen, einen kleinen Gastronomie-Betrieb einzurichten, ein neues Kulturprogramm  zu entwickeln und einen Gastkünstler auf Zeit in der Burg unterzubringen.
In der kommenden Woche beginnen die Planungen für die Einzelprojekte, die im Zeitraum der nächsten fünf Jahre laufen sollen. Von Winning: „Insgesamt werden wir hier oben aber noch viele Jahre beschäftigt sein.“

Wiederbelebung der Wilhelmsburg wird fortgeführt

Oberbürgermeister Gunter Czisch sagte zu dem Zuschuss aus Berlin in einer Mitteilung der Stadt: „Das neu aufgelegte Förderprogramm bietet uns eine großartige Möglichkeit, an die gelungene Wiederbelebung der Wilhelmsburg aus den letzten Jahren anzuknüpfen und weiterzumachen. Die größte Herausforderung bleibt es, die historischen Strukturen des Bauwerks in eine zivile Nutzung zu überführen: Aus einem von Militarismus und Nationalismus geprägten Ort soll ein Ort des zivilen und friedlichen Miteinanders werden. Wir werden die Wilhelmsburg nun weiter - auch dank der Förderung des Bundes- funktionsgerecht und qualitativ hochwertig ausbauen können.“
Der Entwicklungsprozess der Wilhelmsburg werde, auch im Hinblick auf die Landesgartenschau 2030, nun nachhaltig weitergeführt. „Das ist eine Riesen-Chance für uns“, betont Czisch.