Update am Freitagnachmittag: Aufgrund eines Gaslecks am Herd muss die Gastronomin Malu Meister das am Samstag, 27. Juni, geplante Soft-Opening ihres Steakhouses „Jack's 1598“ verschieben. Der erste Öffnungstag ist nun Mittwoch, 1. Juli.
Malu Meister strahlt. Nach mehrmonatiger Umbauphase – Corona-Zwangspause inklusive – eröffnet sie das neue Steakhouse „Jack's 1598“ im Gindele-Gebäude. „Ich bin glücklich, weil es jetzt endlich losgehen kann“, sagt die 59-Jährige. In ihrem Restaurant möchte die Gastronomin zwei Lebensabschnitte kulinarisch zusammenführen: Zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn arbeitete Meister als Köchin in ihrer Heimat Schweiz, später lebte sie 15 Jahre lang in Kanada und lernte die dortige Barbecue-Kultur kennen. Auf dem Teller spiegelt sich Meisters Konzept dann beispielsweise so wider: Ein auf einem kanadischen Grill gebratenes Rib-Eye-Steak wird mit Kartoffelrösti serviert. Spareribs stehen auf der Karte ebenso wie Sommer-Fondue. Darüber hinaus möchte Meister Elemente der molekularen Küche anwenden.

Jack's Steakhouse in Ulm: „Schwizer Stübli“ im Nebenraum

Im Gastraum sticht die sandfarbene Steinwand ins Auge. Passend dazu hat Meister bei einem Förster Baumstämme sägen lassen und sie als Raumteiler aufgestellt. Bilder, Zimmerpflanzen und Weinregale tragen zur gemütlichen Atmosphäre der Location bei. Hingucker ist ein geschnitzter Büffelkopf an der Wand. Im Nebenraum hat Meister ein „Schwizer Stübli“ eingerichtet. „Hier gibt es im Winter Raclette“, verkündet sie.
Die Eröffnung am Mittwoch geht als sogenanntes Soft-Opening über die Bühne. In den kommenden Wochen soll sich das Mitarbeiter-Team einspielen, Gäste können nur ausgewählte Gerichte bestellen. Die offizielle Einweihungsfeier steigt dann im August. „Es werden Alphornbläser spielen, darauf freue ich mich besonders“, sagt Meister.

Malu Meister: Von Zürich über Ottawa nach Ulm

Wie kommt eine gebürtige Zürcherin über die kanadische Hauptstadt Ottawa nach Ulm? „Meiner Familie gehört ein Haus in Pfaffenhofen“, erklärt Meister. Nachdem ihr Vater einen Hirnschlag erlitten hatte, habe sich Meister dazu entschieden, das Kapitel Kanada hinter sich zu lassen und nach Pfaffenhofen zu ziehen, um ihren in der Schweiz lebenden Vater öfter sehen zu können. Meister: „Für mich war sofort klar, dass ich dann ein Restaurant in Ulm eröffnen möchte.“
Ihre Liebe fürs Kochen entdeckte Meister als Teenager. Damals sei sie mit ihrer Familie oft durch Europa gereist. In jedem Land wollte sie die lokalen Spezialitäten nachkochen. Als sie mit 19 Jahren an der Universität Zürich Betriebswirtschaftslehre studierte, absolvierte sie nebenher eine Lehre als Köchin – heimlich. „Ich wollte es damals meinen Eltern nicht erzählen, sonst wäre es vielleicht zum Streit gekommen“, blickt sie zurück. Sie schloss Studium und Lehre ab, brachte zwischenzeitlich ihren Sohn zur Welt und trat dann ihre erste Stelle im Parkhotel Davos an.

Mitglied der „Canadian BBQ-Society“

18 Jahre später begann für Meister das Abenteuer Kanada. Weil ein Teil ihrer Verwandtschaft dort lebte und ihr Sohn eine Ausbildung zum Skilehrer absolvieren wollte, wagte Meister dort mit ihren beiden Kindern einen Neuanfang. Die meiste Zeit verbrachte die Familie in Ottawa, wo Meister ihr eigenes Restaurant führte und Schweizer Spezialitäten anbot. „Was mich in Kanada direkt zu Beginn begeistert hat, waren die vielseitigen Zubereitungstechniken bei Fleischgerichten“, berichtet Meister. Sie wurde Mitglied der „Canadian BBQ-Society“ und nahm an Wettbewerben teil.
In Ulm möchte Malu Meister nun ihre kulinarischen Einflüsse aus Kanada und der Schweiz miteinander verbinden. Das Konzept leuchtet ein, bleibt noch die Frage nach dem Namen: Warum Jack's 1598? Meister erklärt: „Der sogenannte ,Jack' war die amerikanische Variante der Gulaschkanone, später wurde sie zum Smoker-Grill weiterentwickelt. Die Zahl 1598 steht für das Baujahr des Gindele-Gebäudes.“