Kommentar Zur Lage im Einzelhandel: Ulm muss sich neu positionieren

Vor allem der Mix an kleinen Fachgeschäften sorgt in Ergänzung zu den großen Flaggschiffen des Einzelhandels für den Charme und die Attraktivität der Stadt, meint unser Lokalredakteur Frank König.
Vor allem der Mix an kleinen Fachgeschäften sorgt in Ergänzung zu den großen Flaggschiffen des Einzelhandels für den Charme und die Attraktivität der Stadt, meint unser Lokalredakteur Frank König. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Frank König 11.01.2019
Es geht darum, schon vor Eröffnung der Sedelhöfe das Comeback Ulms als Einkaufsstandort zu planen, sagt unser Redakteur Frank König.

Im Handel hat sich viel Ärger aufgestaut – wegen der schlechten Erreichbarkeit der City im Zuge der Baustellen und den chaotischen Zuständen zum Ende der Sommerferien. Das hat Kunden verprellt, die auch nach der Eröffnung der Sedelhöfe mühsam zurückgewonnen werden müssen. Davon ist beispielsweise Juwelier Rainer Merath in einem der ältesten Geschäfte Ulms am Münsterplatz überzeugt.

Das sind hausgemachte Probleme, die den Druck auf den Handel, der vom Internet ausgeht, noch verschärfen und die aus Sicht der Akteure ein rasches Gegensteuern erfordern. Das Thema scheint zunehmend auch im Rathaus anzukommen, wo zuletzt ein kostenloser Nahverkehr an Samstagen beschlossen wurde. Dies gilt während der Bauzeit der Bahnhofspassage von April bis Dezember.

Einige kleine Geschäfte werden 2019 wohl aufgeben müssen

Die Kommunalpolitik kommt nicht an der Erkenntnis vorbei: Vor allem der Mix an kleinen Fachgeschäften sorgt in Ergänzung zu den großen Flaggschiffen des Einzelhandels für den Charme und die Attraktivität der Stadt. Es deutet viel darauf hin, dass einige dieser Geschäfte 2019 aufgeben müssen, da die letzten Jahre ihre Substanz angegriffen haben. Mehr Erlebnisgastronomie wird diesen Verlust niemals auffangen können.

Vor und nach Fertigstellung der Sedelhöfe 2020 braucht es eine konzertierte Aktion, um Ulm wieder als sympathischen Mittelpunkt der Region zu platzieren, in dem man willkommen ist. An diesem Comeback müssen sich alle beteiligen.

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