Ulm geht auf Raserjagd

Autorenfoto Foto:Könneke Volkmar
Autorenfoto Foto:Könneke Volkmar © Foto: Volkmar Könneke
Chirin Kolb 05.12.2016

Es ist oft ein Reflex: Wer zu schnell fährt und erwischt wird, schimpft über Abzocke. Was muss auch gerade an der Stelle geblitzt werden? Doch nur, weil die Stadt ihre Kasse füllen will! Viel anständiger und ehrlicher wäre es, das Bußgeld als Folge des Rasens zu akzeptieren und zu bezahlen. Der Ulmer Grünen-Stadtrat Michael Joukov hat Recht, wenn er über Geschwindigkeitskontrollen sagt: „Jemanden dazu zu bewegen, sich rechtstreu zu verhalten, ist keine Abzocke.“

Die Gemeinderäte sind durchaus auf dem richtigen Weg, wenn sie mehr Kontrollen fordern. Der Erfolg von stationären Blitzanlagen ist allerdings überschaubar. Sie zwingen zwar zum Bremsen, viele geben aber gleich danach wieder richtig Gas. Fast jeder Autofahrer, der regelmäßig in Ulm unterwegs ist, dürfte die neun Standorte aus dem Stand heraus aufzählen können. Effizienter sind mobile oder teilstationäre Anlagen, bei denen sich keiner sicher sein kann, wo sie gerade eingesetzt werden.

Zur Wahrheit gehört allerdings: Etliche von denen, die über Raser klagen, fahren selbst auch mal zu schnell. Es sind nicht immer nur die anderen. Polizei und Bürgerdienste merken das vor allem dann, wenn sie in reinen Wohngebieten oder vor Kindergärten und Schulen blitzen.

Bericht Seite 18