WLAN Ulm Connect stellt Hotspot kalt

Ulm / FRANK KÖNIG 24.05.2016
Der Wlan-Konflikt am Münsterplatz ist beendet. Ulm Connect zieht sich aus der Gemengelage zurück und baut das neue Modellprojekt in Senden aus.

Wer in der Innenstadt mit seinem Smartphone oder Laptop kostenlos im Internet surfen möchte, ist künftig um eine Variante ärmer. Satkom-Spezialist Level 421 baut nach einem länger andauernden Konflikt mit der Ulmer Stadtverwaltung seinen Hotspot für den Münsterplatz auf dem Abt-Dach ab. Nach dem Zuschlag für ein großes Wlan-Projekt in Senden (wir berichteten) will Firmenchef Markus Haut die Ulmer Hardware im Wert von insgesamt rund 40.000 Euro demontieren und nach Senden verfrachten.

Damit leiste man auch einen Beitrag zur Bereinigung des „Funk-Ghettos“ auf dem Münsterplatz, wo sich aus Sicht Hauts alle Geräte nur noch gegenseitig stören. Hintergrund: Das Rathaus hat auf dem Münsterplatz vergangenen Herbst seine eigenes „Ulm-Wlan“ mit Hotspots am Stadthaus in Betrieb genommen. Level 421 hatte danach zunächst überhöhte elektromagnetische Strahlungsfelder festgestellt und die Bundesnetzagentur einbezogen, die mit ihrem Reutlinger Außenmesswagen aber letztlich keine Auffälligkeiten feststellen konnte. Danach erhöhte die Firma in der Küfergasse ihre Sendeleistung bei Abt.

In Senden läuft das Free-Wifi-Projekt nun in wesentlich größerer Dimension: mit zehn öffentlichen Plätzen und einer geplanten flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet in drei Jahren.

Somit wird Senden aus Sicht Hauts zum Vorreiter für eine drahtlose Internet-Versorgung – mit superschnellen Gigabit-Geschwindigkeiten. Trotz des neuen „Senden-Connect“-Projekts hält er aber an Ulm Connect für die Funk-Versorgung von Firmen und Wohnungen in entlegenen, kabelmäßig schlecht angebundenen Standorten fest.

Er beklagt den unfairen Wettbewerb mit der städtisch protegierten SWU Telenet, die aus seiner Sicht den freien Marktzugang von Kommunikationsanbietern in Ulm aushebelt. Dies habe sich gezeigt, als das Rathaus damals die City-Hotspots freihändig an die Telenet vergeben wollte. Haut verhinderte dies mit Hilfe des Tübinger Regierungspräsidiums. Er kam jedoch bei der späteren Ausschreibung nicht mehr zum Zug. Haut fordert längst auch die Privatisierung der Telenet.

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