Diese Geschichte sorgt bei vielen für Unverständnis und Entsetzen - nicht nur bei Tina Bock. Die zweifache Mutter wurde am Donnerstagmittag Zeugin, wie ein kleines Baby auf einem Parkplatz alleine im Auto zurückgelassen wurde. Als sie später die Eltern zur Rede stellte, reagierten diese mit Gleichgültigkeit.

Zeugin berichtet: „Das Baby hat laut geweint“

Die 34-Jährige war gegen 12 Uhr mit ihren beiden Kindern in einem Supermarkt in der Wörthstraße in Ulm. Auf dem Parkplatz bat sie eine Frau um Hilfe, die das weinende Baby in dem Auto entdeckt hatte. Das Auto stand in der Sonne, zu dieser Zeit sei es relativ warm gewesen, so Bock. Das Baby saß in einer Babyschale und habe laut geweint. Die Zweifach-Mutter versuchte die Situation einzuschätzen, versorgte ihre eigenen Kinder, blieb danach beim Auto - die andere Frau war zwischenzeitlich gegangen. Sie sah sich nach Hilfe um. Dann endlich kamen die Eltern mit einem weiteren Kind aus dem Einkaufsladen.

Reaktion der Eltern: „Ist ja nicht Ihr Kind“

„Ich habe sie direkt angesprochen und gefragt, ob das ihr Kind ist, das da im Auto weint“, schildert die Dozentin für Sozialkompetenztraining die Situation. Die Eltern, beide schätzungsweise um die 40 Jahre alt, hätten sich dann zwar beeilt, zum Auto zu kommen. Doch ihre anschließende Reaktion schockiert Bock immer noch. „Als ich sie mit ihrem Verhalten konfrontiert habe, reagierten sie völlig gleichgültig.“ Es ginge sie überhaupt nichts an, denn „es ist ja nicht Ihr Kind“, musste sich die 34-Jährige anhören. Der Vater rechtfertigte sich außerdem mit dem knapp ein Zentimeter geöffneten Fenster.

Passanten schreiten nicht ein

Doch das war nicht das einzige, das sie fassungslos macht: „Es waren einige Personen in der Nähe. Alle haben geschaut. Aber niemand hat mir geholfen.“ Lediglich ein Mitarbeiter der Stadt Ulm, der kurz darauf aus dem Supermarkt kam, habe ihr Verhalten gelobt und sie bestärkt.

Als Bock den Vorfall in einer Facebook-Gruppe postet, löst sie damit eine heftige Diskussion aus: „Diese Resonanz kam völlig unerwartet“, gibt sie zu. In ihrem Post warnt sie im Hinblick auf den nahenden Sommer und richtet einen Appell an alle Eltern: „Lasst euch anvertrautes Leben nicht hilflos im geschlossenen Auto - auch nicht ‚nur kurz’!“ Traurige Vorfälle in dieser Art gibt es ja tatsächlich immer wieder.

Schon nach wenigen Stunden hat der Beitrag über 200 Kommentare. Bock resümiert: „Im Internet hat jeder eine Meinung, aber direkt vor Ort ist niemand eingeschritten.“

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