Arbeit Überstunden und Mehrarbeit: Was ist erlaubt?

Noch im Büro, wenn andere längst Feierabend haben.
Noch im Büro, wenn andere längst Feierabend haben. © Foto: dpa
Ulm/Neu-Ulm / Christian Wille 08.01.2019
Nach den erneuten Rekord-Überstunden der Polizei drängt das Thema in den Fokus. Doch was ist erlaubt? Hier ein Überblick.

Überstunden, Mehrstunden oder Mehrarbeit. Egal, wie man es nennt, der Arbeitnehmer arbeitet mehr. Und das nicht wenig: Alleine die deutschen Polizisten haben nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Jahr 2017 und 2016 jeweils rund 22 Millionen Überstunden gemacht.

Doch müssen Arbeitnehmer wirklich Überstunden machen? Wenn ja, wie viele? Und vor allem, welcher Ausgleich steht ihnen dafür zu?

Die Rechtslage

Generell darf der Arbeitgeber Überstunden ansetzen, die der Arbeitgeber auch leisten muss. „Üblicher Weise ist das auch vertraglich geregelt“, wie Dr. Heinz Schmid, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Arbeitsrecht.

Diese Regelungen finden sich entweder im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder dem Tarifvertrag.

Heutzutage sollte es in einem intakten Arbeitsverhältnis jedoch selbstverständlich sein, dass Arbeitnehmer Überstunden leisten, weil beispielsweise viele Kollegen krank sind oder der Server ausfällt.

Wie viel Arbeit ist zulässig?

Gesetzlich gibt es keine konkrete Regelung zu Überstunden und deren Vergütung. Diese Regelung fallen dagegen unter das Arbeitszeitgesetz. Das dient dem Schutz der Arbeitnehmer und besagt: Niemand darf innerhalb von 24 Wochen durchschnittlich mehr als acht Stunden täglich arbeiten. Mit dem Samstag als offiziellen Arbeitstag sind das 48 Stunden in der Woche.

Ausgleich und Vergütung

Überstunden müssen vom Arbeitgeber vergütet werden. Dies kann durch Freizeitausgleich oder Bezahlung erfolgen. Der Arbeitgeber ist dabei nicht verpflichtet Zuschläge zu zahlen. Unrechtmäßig sind vertragliche Klauseln, die besagen, dass alle geleisteten Überstunden mit der Vergütung ausgeglichen sind.

Pausen- und Ruhezeit

Auch Pausen- und Ruhezeiten sind gesetzlich festgelegt. So stehen jedem Arbeitnehmer ab sechs Stunden Arbeitszeit mindestens eine halbe Stunde Pause zu, die er sich nach Belieben in 15-minütige Abschnitte einteilen kann. Ab neun Stunden Arbeitszeit kommen nochmal 15 Minuten obendrauf.

Abgesehen von Ausnahmen, sind mehr als zehn Stunden Arbeitszeit am Tag gesetzlich untersagt. Die Arbeitszeit darf auch nur dann auf zehn Stunden aufgestockt werden, wenn innerhalb 24 Wochen ausgeglichen wird und das durchschnittliche Tages-Maximum dann wieder bei acht Stunden liegt.

Zudem muss es zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden geben.

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