Natürlich leistet der Förderkreis Bundesfestung Ulm in beiden Städten eine wichtige und gute Arbeit. Und es ist richtig, wenn sie den sorgfältigen Umgang mit den alten Festungsteilen anmahnen. Mitunter aber schießt er auch übers Ziel hinaus, denn nicht jeder alte Stein im Boden muss von Stadtplanern heilig gesprochen werden.

Was das Kriegsspital in Neu-Ulm betrifft, warnen sie vor dem Umbau, der im Neu-Ulmer Stadtrat einhellig begrüßt worden war. Die Macher des Festungsvereins wollen am liebsten immer alles so lassen wie es ist. Der Eigentümer indes will das Gebäude aufstocken und Wohnungen unterbringen. Nun kann man trefflich darüber streiten, was man unter der historischen Bausubstanz versteht: Sind es die Tage vor oder die Tage nach der Aufstockung im Jahr 1894. Wäre das Gebäude im März 1945 nicht durch Bomben zerstört worden, wäre es ein viergeschossiger Komplex mit Flachdach geblieben. Hätte der Eigentümer dort Wohnungen eingerichtet, hätte kein Hahn danach gekräht.

Nein, gegen das Vorhaben des privaten Bauherren ist nichts einzuwenden, wenn mit dem historischen Teil sorgsam umgegangen wird, wenn er danach als solcher noch zu erkennen ist. Die Wohnungen und der neue Park, der entstehen soll, werden dem Quartier zwischen der Memminger- und der Turmstraße sicher gut tun.