Die virtuose Solo-Gitarre ist eine der letzten Männerdomänen - Tendenz sinkend. Einer der Gründe dafür kommt aus Ulm und heißt Yasi Hofer. Sie ist 21 und legt jetzt ihr erstes Album vor, das schlicht "Yasi" betitelt ist. Der bisherige Höhepunkt einer Musikerlaufbahn, die am 3. Juli 2007 im ausverkauften Ulmer Zelt startete: Da gastierte der Saitenvirtuose Steve Vai, für viele der technisch beste Elektro-Gitarrist. Und der Meister hatte eine Überraschung in petto: eine Fünfzehnjährige, die in der Lage war, die virtuos vertrackten Songs des Meisters überzeugend zu spielen. Und das nach gerade mal drei Jahren an den sechs Saiten. Ein klarer Fall: Diese Yasi Hofer ist ein Riesentalent.

Die Dornstadterin beschloss, diese Begabung zum Beruf zu machen, studierte in Stuttgart, bekam ein Stipendium für das renommierte Berklee College of Music in Boston, spielte bei diversen professionellen Bands, trat mehrmals mit Vai auf, schrieb an ihrem ersten Album, das sie jetzt veröffentlicht hat.

Und das ist ein durchaus überraschendes Debüt geworden. Denn da präsentiert sich zwar auch eine Gitarrenvirtuosin - aber eben nicht nur. Die Hälfte des Albums sind Songs, die Yasi Hofer singt - mit erstaunlich reifem und warmem Alt. Diese Songs sind bei aller Fertigkeit auf den sechs Saiten die eigentlichen Höhepunkte der Scheibe, die die Musikerin am 8. Februar mit ihrer Band im Roxy vorstellen wird.

Zu der gehören mit Steffen Knaus (Bass) und Martin Klee (Schlagzeug) auch zwei Musiker, die bei der CD-Produktion mitgewirkt haben. Dazu kommen der zweite Gitarrist Philipp Ziegler und der Keyboarder Simon Buschberger

Auf dem Debüt-Album gibt es aber auch Prominenz zu hören: die Bassisten Philip Boyne, der zur Band Steve Vais gehört, und Hellmut Hattler. Wie kommt man zu solchen Sidemen? "Philip kenne ich von meinen Konzerten mit Steve Vai", erzählt Yasi Hofer. Und Hellmut Hattler? "Der saß gerade in Jürgen Schlachters Studio, als es Probleme mit den Bassspuren gab. Die waren plötzlich im Computer verschwunden. Da sagte Hellmut im Spaß: Macht nix, dann spiele ich sie halt nochmal ein. Als die Spuren dann wieder auftauchten, habe ich ihn beim Wort genommen und ihn gefragt, ob er nicht wenigsten bei einer Nummer mitmachen könnte." Hat er, bei "Modern World".

Info Die CD gibt es bei Konzerten und auf der Homepage www.yasihofer.com