Ulm Übernachten im Ulmer Science-Park: das iQ-Hotel

JÜRGEN BUCHTA 08.08.2012
Noch ist das iQ-Hotel im Science-Park nicht offiziell eröffnet, schon übernachten dort die ersten Gäste. Auch eine Gruppe Studenten aus Taiwan hat das Haus an der Lise-Meitner-Straße ausprobiert.

Ein Hotel auf dem Oberen Eselsberg, mitten in der Wissenschaftsstadt? So etwas hat vor kurzem noch als „undenkbar“ gegolten. Inzwischen präsentiert sich aber ein dreigeschossiger Neubau in der Nachbarschaft zur Telekom und zum Batterie-Forschungszentrum des ZSW, zu den Einwicklungseinrichtungen von Siemens, Daimler und Takata. „iQ-Hotel“ steht auf dem bordeauxrot gestrichenen Teil das Hauses. Knapp ein Jahr hatten die Arbeiten gedauert.

Das Hotel bauen ließen Oliver Loser, Inhaber der Ulmer Hotels „Stern“ und „Roter Löwe“, und sein Geschäftspartner Uwe Laible von der gleichnamigen Spedition in Langenau. Zwei Millionen Euro haben sie investiert. Das Haus verfügt über 42 Zimmer. Die Standard-Räume, die für 68,50 Euro als Einzel- und für 82 Euro als Doppelzimmer vermietet werden, messen 19 Quadratmeter. In den Preisen inbegriffen sind das Frühstück sowie Obst, Kaffee und Erfrischungsgetränke rund um die Uhr. Ein Dutzend jeweils 25 Quadratmeter große Räume sind als Comfort-Zimmer ausgewiesen. Sie sind für längere Aufenthalte der Gäste eingeplant oder als Mehrbett-Zimmer für Familien. Auch ein voll behindertengerechtes Zimmer wird angeboten. „Doch unabhängig davon: Generell ist unser Hotel barrierefrei“, berichtet Loser. Die Rezeption sei durchgehend besetzt.

Loser stammt aus einer Ulmer Hoteliers-Familie. Sein Vater Fritz Loser stammt aus dem „Hotel Stern“, seine Mutter Ruth Schweiboldt-Loser aus dem Hotel „Roter Löwe“, das heute unter „Akzent Hotel“ firmiert. „Uns ging es nicht darum, ein Vollhotel mit Gastronomie, Schwimmbad und Sauna hinzustellen“, erzählt er. Mit seinem iQ-Haus – bei ihm steht dieser Begriff für: clever übernachten – versucht er der verstärkten Nachfrage nach einer preisgünstigen Herberge in der Stadt gerecht zu werden.

Erfahrungen auf dem Gebiet haben Loser und Laible in Langenau gesammelt. Im dortigen Gewerbegebiet, nahe der Autobahn, steht seit Sommer 2008 ihr erstes „iQ-Hotel“. „Da haben wir aufgemacht, und das Haus war voll“, berichtet er. Im Speckgürtel von Ulm werde es gut angenommen.

Als Loser nach einem geeigneten Platz für ein zweites „iQ“ in Ulm suchte, sah er sich aber vor etliche Herausforderungen gestellt. Schließlich habe ihm Oberbürgermeister Ivo Gönner empfohlen, den Science-Park mit einzubeziehen. „Bis dahin hatte das als Tabu-Zone für uns gegolten. Das Gelände schien ausschließlich für Wissenschaft und Technik reserviert.“

An der Lise-Meitner-Straße erwarben sie ein Grundstück, das groß genug ist, um das Hotel, so wie es aktuell dasteht, aufs Doppelte vergrößern zu können. „Auch die Höhe ist noch nicht ausgereizt“, berichtet Loser. Ein zusätzliches Stockwerk sei möglich.

Ist dieses Hotel vorrangig für Leute gedacht, die vorübergehend in den umliegenden Firmen arbeiten? „Unter der Woche schon“, sagt Loser. Um es auch an den Wochenenden gut auszulasten, setzt er auch auf Gäste, die privat unterwegs sind. Das Haus liege verkehrsgünstig, jeweils etwa gleich weit von der Autobahn, Blaustein und der Ulmer Innenstadt entfernt. Und sobald die Straßenbahn von 2016 an die Wissenschaftsstadt mit der Ulmer Innenstadt verknüpft, erweise sich diese Lage für alle, die nicht so viel Geld für Übernachtungen ausgeben wollen oder können, als nahezu optimal.