Lehr Turngau: Auf Reinhold Eichhorn folgt Martin Ansbacher

Nach 26 Jahren ist Schluss als Präsident: Reinhold Eichhorn trat am Wochenende ab.
Nach 26 Jahren ist Schluss als Präsident: Reinhold Eichhorn trat am Wochenende ab. © Foto: Lars Schwerdtfeger
LISA MARIA SPORRER 13.09.2016
Beim Gauturntag übergab Reinhold Eichhorn das Amt des Vorsitzenden des Turngau Ulm an Martin Ansbacher. Auch dieser legt Wert auf die Jugendarbeit.

Es gebe drei Arten von Menschen, sagte Wolfgang Drexler, Präsident des Schwäbischen Turnerbundes (STB) am Wochenende in Lehr: diejenigen, die eine Bananenschale wegwerfen, jene, die darauf ausrutschen und wieder andere, die sie aufheben. „So ein Bananenschalen-Aufheber bist du“, sagte Drexler in Richtung Reinhold Eichhorn, der am Wochenende beim Gauturntag in Lehr nach 26 Jahren sein Amt als Vorsitzender abgab.

„Ich ziehe mich nicht in die Einsamkeit zurück“, sagte Eichhorn zum Abschluss seiner Rede, „Ich stehe mit Rat zur Seite, und zum Rat gehört ja auch die Tat.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich der langjährige Vorsitzende bei dem Gauturntag offiziell von seinem Amt als Präsident – und erntete dafür Standing Ovations. Nach all den Jahren sei es nun an der Zeit, das Amt in jüngere Hände abzugeben, sagte er in seinem Bericht, indem er auch mahnende Worte für dopende Sportler fand. „Der Sport für den wir stehen ist ein anderer, das haben wir mit dem Landesturnfest Ende Juli hier in Ulm demonstriert“, sagte Eichhorn.

Dafür bedankte sich auch Oberbürgermeister Gunther Czisch in seinem anschließenden Grußwort. Das Turnfest vor wenigen Wochen sei nicht nur die beste Werbung für den Breitensport gewesen, sondern auch für die Stadt, sagte Czisch. Und Drexler verriet, dass er vom Oberbürgermeister schon die Zusage habe, dass der Turnertag 2028 erneut in Ulm stattfinden kann. „Wir haben aber über solche Großereignisse hinaus noch andere Aufgaben“, sagte Drexler und betonte, dass die Turngauen Zentren bräuchten, in denen der Konkurrenz aus privaten Fitnessstudios entgegengearbeitet werden könne.

Ulm wird mit einer neuen Vollzeitbesetzung der Geschäftsstelle als ein solches Zentrum gestärkt. „Ohnehin ist Ulm ein Vorzeige-Gau“, dankte der STB-Präsident Eichhorn und lobte: „Du warst immer auf der Höhe der Zeit.“ Künftig wird Martin Ansbacher die Zukunft des Ulmer Turngaus verwalten. Er wurde von den Mitgliedern zum neuen Vorsitzenden gewählt. Mit der Verstärkung der Geschäftsstelle sei schon einmal ein wichtiger Schritt getan in Richtung Zukunftsarbeit, sagte er. Besonders die Turngaujugend liege ihm am Herzen, die man unbedingt beim Neuaufbau unterstützen müsse, meinte Ansbacher.

Der Turngau Ulm ist mit 60 278 Mitgliedern der mit Abstand größte Sportfachverband im Sportkreis Alb/Donau-Ulm. 2016 waren 144 Vereine registriert. Eine feste Größe, außerhalb des sportlichen Betriebs, ist auch die Matinee der Bewegung im Theater Ulm, die in diesem Jahr am 6. November stattfindet.

Höchste Ehrung

Ehrungen Gleich zwei Mal wurde in Lehr während des Gauturntags die Ehrenplakette verliehen, die höchste Auszeichnung. Peter Klemm erhielt sie für seine bereits seit 1962 anhaltende Tätigkeit im Verein, vom Bezirkskinderturnwart bis zum Gauoberturnwart. Auch Wolfgang Haug, der seit 1985 Gauwanderwart und im Turnausschuss tätig war, konnte sich über diese Auszeichnung freuen. Außerdem geehrt wurde Karin Eisen mit dem Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes, sowie Walter Fritsche, der über 25 Jahre lang als Redakteur die Turngau aktuell herausgab.