Ulm / CHRISTINE LIEBHARDT  Uhr
Gegen die geplanten transatlantische Freihandelsabkommen hat sich ein regionales Bündnis gegründet. Mehr als 30 Parteien und Organisationen machen mit. Sie wollen die Bevölkerung informieren.

Unkontrollierbare Gentechnik, schlechtere Standards bei Lebensmitteln, Bedrohung der Demokratie – es gibt viele Gründe, gegen die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ (kurz TTIP) und ähnliche Freihandelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union zu sein. Würden sie abgeschlossen, beträfen sie die die Lebensbereiche vieler Menschen – und die wehren sich vermehrt. In vielen europäischen Ländern, auch in Deutschland, gibt es inzwischen Aktionsgruppen, die die Abkommen ablehnen.

Dementsprechend voll war es in den Ulmer Stuben, wo sich am Montagabend das regionale Bündnis „Stop TTIP Alb-Donau-Iller“ gegründet hat. Das will kein neuer Verein sein, sondern ein Netzwerk, um gemeinsam aktiv zu werden, sich zu treffen und Informationen auszutauschen. Mehr als hundert Privatpersonen und Vertreter verschiedener Parteien und Organisationen hatten sich dort im Nachgang einer Podiumsdiskussion an der vh getroffen (wir berichteten). Weil man sich inhaltlich einig ist – das Bündnis fordert den Abbruch der Verhandlungen zu transatlantischen Freihandelsabkommen – ging es am Montag vor allem darum, das Netzwerk organisatorisch auf die Beine zu stellen. Festgehalten wurde insbesondere, welche Gruppierungen sich am Bündnis beteiligen (siehe Infokasten) und welche gemeinsamen Aktionen durchgeführt werden sollen. Mit öffentlichen Veranstaltungen auch in kleineren Städten und Gemeinden, Info-Ständen und gedruckten Materialien soll die Bevölkerung verstärkt informiert werden. Facebook und eine Internetseite sind schon in Planung. Auch die Unterschriftensammlung der Europäischen Bürgerinitiative gegen TTIP soll unterstützt werden.

Außerdem wählten die Anwesenden einstimmig die Sprecher des neuen Bündnisses. Das gleichberechtigte, siebenköpfige Team setzt sich zusammen aus Gisela Glück-Gross (Politischer Stammtisch 13 Ulm), Xaver Merk (Die Linke, Landesvorstand Bayern), Michael Joukov (Grüne Ulm), Theo Düllmann (Bündnis für eine gentechnikfreie Region Ulm), Gabriela Schimmer-Göresz (ÖDP Neu-Ulm), Heinrich Dubell und Dr. Alfred Resch. Kontoführung und Adressverwaltung übernimmt die Regionalgeschäftsstelle des BUND Ulm.

Das Plenum trifft sich immer am 26. des Monats jeweils um 19 Uhr in den Ulmer Stuben, nächstes Mal also am 26. August. Am 11. Oktober, dem europaweiten Aktionstag, will das Bündnis mit einer Veranstaltung für seine Ziele werben. Wer sich vorher schon mal informieren will, tut das beim BUND in Ulm unter Telefon (0731) 666 95, E-Mail: bund.ulm@bund.net.

Wie würde TTIP Verbraucher betreffen?