Pfuhl TSV Pfuhl feiert 120-jähriges Bestehen mit Vorführungen aller Abteilungen

Die Taekwondo-Kämpfer kraftvoll (links), die Turnerinnen grazil: 250 Sportler zeigten ihr Können. Fotos: Martina Dach
Die Taekwondo-Kämpfer kraftvoll (links), die Turnerinnen grazil: 250 Sportler zeigten ihr Können. Fotos: Martina Dach
Pfuhl / BEATE STORZ 01.12.2014
Weniger Reden oder Ehrungen als vielmehr ein veritables Turnfest, gepaart mit musikalischen Einlagen - die Feier des TSV Pfuhl anlässlich des 120-jährigen Bestehens war eine Gala der besonderen Art.

Eine Bühne mit Saal hätte nicht gereicht für das, was dem TSV Pfuhl zur Feier seines 120-jährigen Bestehens vorschwebte. Es musste schon eine echte Turnhalle sein. Denn alle elf Abteilungen präsentierten sich, 250 Sportler traten auf. Aber nicht auf Sparflamme, um eben ein bisschen zu zeigen, was sie können. Vielmehr war dies Sport in Reinkultur. Taekwondo-Kämpfer benötigen Platz, da fliegen schon mal ein paar zerkleinerte Holzscheite durch den Raum, und wenn Tischtennisspieler so richtig loslegen, dann agieren sie auch mal fünf Meter vom Spieltisch entfernt, um ihre Matchbälle zu erledigen. Die Tennisabteilung ihrerseits feierte an diesem Abend das 60-jährige Bestehen. Die Dreifachturnhalle im Pfuhler Schulzentrum war also viel geeigneter für diese Art der Geburtstagsgala, als es die traditionelle Seehalle gewesen wäre.

Die Senioren machten eine Zeitreise in das Gründungsjahr des Vereines, anno 1894. Sie zeigten, wie das Training früher gewesen sein könnte: die Bewegungen strikt nach dem Befehl des Trainers und die Übungen eher abgehackt, fast schon in militärischem Drill. In 80 Takten um die Welt, das war das Ziel der Tanzabteilung. Ihre Reise begann in England mit einem langsamen Walzer und führte nach Argentinien mit einem Tango. Die Volleyballerinnen zeigten ein "Showspiel", also eine Bewegung zur Musik mit Bällen.

Der jüngste Turner am Reck, Tom Meier, zählt gerade mal sechs Jahre. Er durfte am kleinsten Reck turnen, bewegte sich wie ein Profi und bewies absolute Körperbeherrschung. Dann wurden die Geräte und die Sportler immer größer. Sie zeigten beeindruckende Übungen. Ganz hoch hinaus ging es auch bei den Cheerleadern, die Pyramiden und Hebefiguren präsentierten.

Ein paar Festreden gab es natürlich auch. Roland Bürzle, stellvertretender Landrat, musste nicht Mathematik studieren, um feststellen zu können: Jeder dritter Pfuhler ist im Verein. Er lobte den TSV Pfuhl als starken Partner, der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Schon kurz nach der Gründung hatte sich der Verein seine erste Turnhalle in Eigenregie gebaut. Und beim aktuellen Bau des Turnleistungszentrums sei der Verein auch schwer engagiert.

Oberbürgermeister Gerold Noerenberg kam nicht nur mit Glückwünschen, sondern auch mit einer guten Nachricht. Die kaputten Duschen in der Seehalle werden in den Pfingstferien 2015 repariert, so dass dort wieder trainiert werden kann. Er versprach, auch weiterhin den Verein zu unterstützen, denn der Sport habe einen großen Stellenwert. Weil so viele Kinder und Jugendliche hier aktiv seien, bedeute eine Investition in den TSV Pfuhl eine Investition in die Zukunft.

Am Anfang alle Sportgeräte selber gebaut

Gründung Am 24. April 1894 gründeten 13 Pfuhler Männer den Turnverein. Sie trainierten damals in einem Schuppen und bauten ihre Sportgeräte selbst. Die Disziplinen: Laufen, Springen und Gewichtheben. Bereits zwei Jahre nach der Gründung erreichten die Pfuhler beim Bayerischen Turnfest beachtliche Platzierungen. Weitere zwei Jahre später bauten sie ihre erste Turnhalle. Die Mitgliederzahl stieg schnell an: Als der Verein sein 20-jähriges Bestehen feierte, waren es schon 81 Mitglieder. Heute zählt der Verein 2795 Mitglieder in elf Abteilungen. Über 40 Prozent sind Kinder und Jugendliche. Der TSV Pfuhl hat sich einem "hochwertigen Breiten- und erfolgreichen Leistungssport" verschrieben.

SWP

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