Ulm Verkaufsoffener Sonntag: Trubel rund ums Münster

Ulm / Tobias Knaack 08.04.2018
Beim verkaufsoffenen Sonntag freuen sich die Händler über tausende Besucher in der Innenstadt, aber es kommen weniger Kunden als erwartet.

Das Münster ist am spannendsten. Immer wieder tasten Eva und Ken die Spitze des höchsten Kirchturms der Welt ab. Also die des Modells der Stadt Ulm, das vor dem großen Gotteshaus auf dem Münsterplatz steht. Die beiden sind mit ihren Eltern Galina und Leonhard Janzen aus Crailsheim gekommen. Erst beim Reinfahren in die Stadt hätten sie die Plakate gesehen, sagt Galina Janzen. „Wir wollten einen Ausflug machen und Ulm anschauen. Wir wussten nicht, dass hier Markt ist und die Geschäfte offen haben“, erzählt sie und muss lachen.

Nun ist die Familie „positiv überrascht“ von all dem Trubel, von den vollen Gassen des Frühjahrsmarkts auf dem Münsterplatz, von den vielen Menschen, die sich dort durchschieben, und vom leckeren Essen, das sie sich schon gegönnt haben. Eva und Ken freuen sich zudem über die blauen Luftballons, die sie an ihre Handgelenke gebunden haben.

Die Luftballons – sie sind wie ein Erkennungszeichen der vielen Familien, die gestern dem Ruf des „Ulmer Familiensonntag“ gefolgt waren. Doch auch Pärchen schlenderten Hand in Hand an Tüte nach erfolgreichem Einkauf durch die sonnengefluteten Gassen und Straßen.

Viele kommen mit dem Rad

Hirsch- und die Bahnhofstraße waren neben dem Münsterplatz die Hotspots. Über sie legte sich am Nachmittag ein Klangteppich: Gespräche aus Cafés drängten auf die Straßen, Musiker und Clowns unterhielten die Passanten, einige Geschäfte hatten eigens für den Tag einen DJ engagiert.

Brigitte und Paul-Martin Seiffert waren mit dem Rad nach Ulm gekommen – in ihrem Fall aus Beimerstetten. Nach einem Besuch in Söflingen wollten sie über den Markt „schlendern, schauen und vielleicht etwas einkaufen“. Viele hatten es ihnen gleichgetan und so waren die Parkhäuser nahe der Innenstadt zwar gut belegt – Rathaus, Theater und Salzstadel waren am vollsten –, aber wer Fußwege in Kauf nahm, konnte mit dem Auto einen Stellplatz finden.

Oder man reiste mit der Bahn an wie Marianne Borchert aus Biberach, die sich auf den Weg gemacht hatte, um eine Jeans zu kaufen. Ob sie das nicht auch am Samstag hätte machen können? Klar, aber am Sonntag habe sie „mehr Ruhe“ und genieße es nun, alleine durch die Stadt zu gehen.

Doch nicht alle empfanden diesen Sonntag als Genuss. Sigrid und August Sommer aus Donau­stetten waren in die Stadt gekommen, um ein Eis zu essen. Angesichts des Trubels in den Straßen wollten sie schnell wieder raus. Sigrid Sommer, seit sechs Jahren in Rente, war früher selbst im Verkauf tätig. Solche Tage  seien „nur modernes Freizeitvergnügen. Die Leute wissen nichts mit sich anzufangen“. Ihr Motto daher: Eis aufessen „und schnell auf die Terrasse“.

Citymanager zieht gemischte Bilanz

Gute Frequenz Lange Schlangen vor den Eiscafés, aber nicht vor den Parkhäusern. Die Bilanz, die Henning Krone gestern zog, war gemischt. „Wir sind zufrieden. Gerade die Aktionen wie Künstler, Autofrühling, „rotes Band“ und Frühjahrsmarkt waren erfolgreich“, sagte der Ulmer Citymanager. Doch leider gab es durchgängig freie Plätze in den Parkhäusern. „Die Frequenz war gut, hätte aber besser sein können“, so Krone weiter. Das Wetter sei einfach zu gut gewesen:
„15 Grad und bedeckter Himmel sind ideal“, allerdings hätten Gastronomen profitiert. Auch die Autoverkäufer seien zufrieden. „Ulm hat sich einmal mehr als attraktive Stadt mit tollen Einkaufsmöglichkeiten präsentiert und die Besucher werden wiederkommen.“

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