Bachtage Triumphales Finale in der Georgskirche

Ulm / Burkhard Schäfer 05.10.2017

„Abschlusskonzert“ – so schlicht und einfach war der zehnte und letzte Abend der Wiblinger Bachtage überschrieben. Was da in der vollbesetzten Georgskirche geboten wurde, hätte mit Fug und Recht auch das Motto „Apotheose“ oder „krönender Abschluss“ tragen dürfen. Denn genau das war es, was das Collegium In­strumentale in Zusammenarbeit mit der Wiblinger Kantorei und den St. Georgs-Chorknaben den Zuhörern an Feststimmung und purem Wohlklang boten.

Es war das einzige Konzert der Bachtage, bei dem zwei Dirigenten mitwirkten: Vor dem Credo der „Cäcilienmesse“ übernahm Chorknabenleiter Thomas Stang den Taktstock aus der Hand von Albrecht Schmid, der das Werk bis dahin dirigiert hatte. Und so war es Stang vergönnt, Haydns Sakralkomposition und mit ihr die gesamten Bachtage 2017 zu einem wahrhaft triumphalen Ende zu führen, das den Machern der Traditionsreihe zu großer Ehre gereicht.

Blickt man von diesem gelungenen Finale nochmals zurück auf den ersten Abend der Reihe, dann erschien die dortige, gleich zu Anfang singuläre Aufführung der Sopran-Arie „Quoniam tu solus sanctus“ aus eben dieser „Cäcilienmesse“ wie eine Verheißung, die jetzt zum Schluss auf eine geradezu beglückende Weise vollumfänglich eingelöst wurde. Den Sopran-Part in der Georgs-Kirche sang Katarzyna Jagiello. Ihre solistischen Mitstreiter waren Barbara Raiber (Alt), Girard Rhoden (Tenor) und Thomas Scharr (Bariton). Diese vier Sänger trugen mit ihren ausdrucksstarken Stimmen maßgeblich dazu bei, der festlichen, nicht selten geradezu opernhaft-weltlichen Messe in strahlendem C-Dur den ihr gebührenden Glanz zu verleihen, der sie so anziehend und auch so publikumswirksam macht.

Im besten Sinne populär

Ein besseres Werk hätten die Musiker also kaum finden können, um das herrlich ausgestattete katholische Gotteshaus vollends mit sinnlichen Reizen zu überfluten, dass es nur so eine Freude war – vor dem Herrn und seinem musikalischen Statthalter auf Erden: Johann Sebastian, dem Schutzpatron der Bachtage. Es begann aber auch schon großartig und im besten Sinne populär: mit Schuberts berühmtem „Ave Maria“ in einer Bearbeitung für Sinfonieorchester von Albrecht Schmid. Auch wenn man dieses Werk vielleicht schon unzählige Male gehört hat: Es ist buchstäblich nicht tot­zu kriegen und treibt einem immer noch die Tränen in die Augen – vor allem, wenn es so ausdrucksstark gesungen wird wie von Kata­rzyna Jagiello. Ganz klar: den Bachtagen 2018 darf man entgegenfiebern.

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