Grund zur Freude ist angesichts von Krisen und Viren heutzutage selten geworden. Tatsächlich aber ist das beim Thema Tourismus in Ulm und Neu-Ulm der Fall, wie Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH (UNT), bekannt gab. Er und sein Stellvertreter Dirk Homburg legten die Zahlen für das vergangene Jahr vor und wiesen erfreut gestiegene Zahlen in fast jeder Kategorie vor.

Unterm Strich beträgt das Plus 5,3 Prozent bei den Ankünften. Anders gesagt: 608.558 Gäste sind in der „Zweilandstadt“, wie die Region beworben wird, angekommen. Übernachtet haben 967.688, was ebenfalls einen Anstieg um 5,3 Prozent bedeutet, sagte Dieterich. Der Zuwachs sei in Baden-Württemberg überdurchschnittlich.

Ulm und Neu-Ulm im Urlaub beliebt

Die besten Monate seien Juli, August und September – Ferienmonate und für Dietrich ein Indiz dafür, dass die Doppelstadt als Reiseziel beliebter wird. „Und es eben nicht nur die vielen Kongress- und Tagungsgäste sind, die hier herkommen.“ Im Juli punkte Ulm mit den vielen Events wie das Nabada im Rahmen der Schwörwoche. Im August seien Radtouren in der Gegend beliebt. Lässt man die Zahlen beiseite und sucht nach den Gründen für die gute Entwicklung, so hat der UNT-Chef mehrere Erklärungen: „Zum einen greift die verstärkte Werbung.“

Gästeführungen durch Ulm beliebt bei Touristen

So habe man vor drei Jahren einen Tourismusfonds gegründet, in den Hotels, Gastronomen, das Citymarketing sowie die beiden Städte Geld einzahlen, mit dem etwa in Zeitschriften und in der Bahn geworben werde. „Das zahlt sich aus“, sagte Dirk Homburg. Auch wenn 70.000 Euro vergleichsweise wenig Geld sei. Als Zugpferde macht Dieterich die Gästeführungen aus. 50 Gästeführer begleiten Gruppen und Einzelgäste durch die Stadt, in diesem Bereich gibt es allerdings den einzigen Wermutstropfen: „Gruppenführungen wurden etwas weniger gebucht.“  Ansonsten kommen die Fahrten mit den historischen Straßenbahnen gut an, auch der Absatz der  Ulm-Card, die eine kostenlose ÖPNV-Nutzung sowie Museumsbesuche und „Versucherle“ von Gastronomen beinhaltet, sei um sieben Prozent gestiegen.

Nachhaltiger Tourismus wird wichtiger für Ulm und Neu-Ulm

Werbung werde natürlich auch im Internet gemacht. Auf der eigenen Webseite der UNT, die in wenigen Wochen einen Relaunch bekommt, sagte Dieterich. Sowie auf Facebook, Instagram und Twitter. „Wir merken, dass vor allem bewegte Bilder auf Aufmerksamkeit treffen.“ Ein Thema sei auch der nachhaltige Tourismus: „Wer mit der Bahn anreist, bekommt Vergünstigungen.“ Die Hotels würden von der UNT angehalten, für nachhaltigen Tourismus zu werben.

Ulm

Positiv ist nicht nur der Rückblick. Man erwarte in der Zukunft mehrere, neue  Zugpferde wie etwa das „Einstein-Discovery-Center“,   das hoffentlich realisiert werden könne. „Das dauert ja noch.“ Auch die Wilhelmsburg in Zusammenhang mit der Landesgartenschau, beziehungsweise hinsichtlich ihrer künftigen Nutzung sei ein Pfund. Und natürlich in ganz naher Zukunft: der neue Wohnmobil-Stellplatz am Donaubad, der im Juni eröffnet werden soll.

Stellplatz für Wohnmobile

Der Platz mit 49 Stellplätzen biete Komfort, sagte Jochen Weis, Betriebsleiter des Donaubades, das von beiden Städten betrieben wird. Es gebe WLAN, Müllcontainer, Grauwasserentsorgung sowie Entsorgungsvorrichtungen für Toilettenkassetten, Frischwasser und Strom. Geduscht werden könne gegen eine kleine Gebühr im Donaubad. Im Angebot seien natürlich Frühstück und Mittagessen  im Bistro,  die gute Anbindung zum ÖPNV und man biete Touristinfos für die Besucher. „Wahrscheinlich werden einige im Bademantel hier rüber gehen“, sagte Dietrich. Die Lage des Stellplatzes sei attraktiv. Er habe bereits Anfragen, wann er endlich fertig sei. Der Stellplatz in der Friedrichsau werde nicht mehr beworben und wohl nach und nach nicht mehr benutzt werden.

Neue Hotels in Ulm – Konkurenz belebt

Dieterich nahm auch Stellung zu den neuen Hotels, die kommendes Jahr eröffnet werden. Unter anderem das Me and all“-Hotel beim Bahnhof,  das sich an ein jüngeres Publikum wendet. Man werde  sehen, wie die Auslastung sei. Grundsätzlich gelte: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Preiskampf und Qualität kämen den Kunden zugute. Insgesamt könne man feststellen: „Der hiesige Tourismus entwickelt sich zur Leitökonomie.“

Woher kommen die Gäste?


Länder Mit Abstand am meisten Gäste kommen aus den Niederlanden hier an (24 967). Dicht gefolgt sind sie von Touristen aus der Schweiz (19 903). Etwas abgeschlagen sind Besucher aus Italien (12 580), aus Belgien (12 152), Österreich (11 789) und Frankreich (8084). Von Ländern aus Übersee führen die USA mit 6779 Gästen. Briten bilden das Schlusslicht mit 6432 Ankünften.