Besonderheiten Analyse: Die Tops und Flops im Wahlkreis Ulm

Ulm/Alb-Donau / Hans-Uli Mayer 25.09.2017
Die AfD holt ihr bestes Ergebnis in der Stadt. CDU und SPD bekommen mehr Erst- als Zweitstimmen.

Das Wahlergebnis bringt einige, ganz überraschende Erkenntnisse. So haben beispielsweise die Kandidatinnen von CDU und SPD, Ronja Kemmer und Hildegard Mattheis, beide mehr Erststimmen auf sich vereinen können als Parteistimmen. Mattheis ist bekannt, etwas erstaunlich ist dies aber schon bei der jungen CDU-Kandidatin, die nach einem kurzen Interim die Nachfolge von Annette Schavan antrat und weitgehend unbekannt war. Andersherum verhält es sich bei Alexander Kulitz von der FDP, dem die Wähler deutlich weniger persönliche Stimmen gaben als der Partei.

Hier geht es zu den regionalen Ergebnissen für Ulm und die Stadtteile

Während beide großen Parteien verloren haben, legten alle kleinen zu. Am deutlichsten die AfD, die ihre höchsten Stimmenanteile aber nicht, wie von vielen erwartet, im ländlichen Bereich einheimste, sondern in einzelnen Wahlbezirken der Stadt. Vor allem in Wiblingen am Tannenplatz und am Ehrenlau, wo sie bis zu 25 Prozent erzielte. Eine Hochburg hat die AfD auch im evangelischen Gemeindezentrum Böfingen mit knapp 20 Prozent.

Die CDU gewinnt traditionell den Landkreis, wo sie mit 74,8 Prozent ihr bestes Ergebnis in  Grundsheim erzielt. In Erbach am Wohnsitz von Ronja Kemmer liegt die CDU mit 38,8 Prozent im Durchschnitt. Ihr schwächstes Ergebnis liegt bei 19,2 Prozent, das sie im Ulmer Osten im Wahlbezirk Jobcenter bekam.

Grüne stärkste Partei

Die Hochburgen der SPD liegen traditionell im Stadtgebiet, wobei man bei einem Anteil von wenig mehr als 20 Prozent schlecht von Hochburgen sprechen kann. Den höchsten Wert erzielte sie mit 26,2 Prozent im evangelischen Gemeindehaus im Stadtteil Böfingen, wo im Übrigen auch die AfD recht stark ist. Am wenigsten gab es für die Sozialdemokraten mit 5,9 Prozent in Börslingen.

Die Grünen sind dort am stärksten, wo die CDU am schwächsten ist: Im Wahlbezirk Jobcenter Ulm. Dort lag die Ökopartei vor allen anderen und erzielte mit 27,1 Prozent den höchsten Anteil von allen. Überhaupt ist der Wahlbezirk ein ziemlich linker. Die Linke erzielte hier 13,5 Prozent und ihr zweitbestes Wahlergebnis nach dem Wahlbezirk Ulrich-von-Ensingen-Realschule, wo sie 15,4 Prozent errang.

Die Liberalen, ebenfalls einer der großen Gewinner der Wahl, haben ihr bestes Ergebnis mit 19,2 Prozent im städtischen Kindergarten in der Stadt Ulm erzielt. Niederschmetternd ist ihr niedrigster Wert. Der beträgt gerade einmal 0,8 Prozent in Grundsheim – dort, wo die CDU ihr bestes Ergebnis hat. In absoluten Stimmen bedeutet das einen Wähler von 131 abgegebenen Stimmen.

Lesen Sie dazu auch: Liveticker vom Wahlabend in Ulm mit Ergebnissen und Reaktionen